Zahme Rebellen - DER SPIEGEL
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MOTORRÄDER Zahme Rebellen

• aus DER SPIEGEL 32/2002
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Auch wenn die Verkaufsstrategen beharrlich das Rebellen-Image der Kultmaschine pflegen, die Klientel der Motorradmarke Harley-Davidson hat sich verändert, hier zu Lande wie in den USA: Der Harley-Fahrer ist durchschnittlich 46 Jahre alt, arbeitet rund 60 Stunden die Woche, und seine Tätowierungen sind meist abwaschbar. Es sind vor allem Designer, Anwälte und Zahnärzte - in der Sprache des echten Maschinenrockers als »Zahnwälte« oder »Rolex-Rider« verpönt -, die nun ausgiebig den 100. Geburtstag der Marke befahren: Zum Auftakt einer Zehnstädtetour trafen sich Ende Juli mindestens 20 000 Harley-Fans in Hamilton bei Atlanta. Gefeiert werden soll auch in Los Angeles und in Tokio; im Juli des kommenden Jahres wird die Kolonne München oder Hamburg besuchen. Die Abschlussparty steigt stilecht am Hauptsitz der Firma in Milwaukee, dort werden bis zu einer Million Harley-Liebhaber erwartet. Auf die Geschäftszahlen hat die schleichende Überalterung der Kundschaft noch keine Auswirkungen: Im zweiten Quartal 2002 machte das Unternehmen 16 Prozent mehr Gewinn als im Vorjahr.

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