Eine Journalistin wollte so viel verdienen wie ihre männlichen Kollegen. Sie ist gescheitert
Dieser Beitrag wurde am 01.02.2017 auf bento.de veröffentlicht.
Um was geht es?
Eine ZDF-Journalistin fand es ungerecht, dass ihre männlichen Kollegen alle mehr verdienten als sie. Jetzt ist sie mit einer Klage gegen diese Ungerechtigkeit vor dem Berliner Arbeitsgericht gescheitert.
Die Begründung des Gerichts:
- Die Gruppen männlicher Kollegen, die die Klägerin als Beispiel für eine ungerechte Bezahlung angeführt habe, seien nicht mit ihrer Situation vergleichbar gewesen (SPIEGEL ONLINE).
Die Reporterin forderte vom ZDF auch, Auskunft über die Bezahlung seiner Mitarbeiter zu geben. Dafür gebe es laut Gericht aber bislang keine gesetzliche Grundlage. Es fehlt an hinreichenden Anhaltspunkten für die Ungerechtigkeit.
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Warum hat die Journalistin genau geklagt?
- Die Reporterin arbeitete seit mehreren Jahren für das ZDF-Politmagazin "Frontal 21". Irgendwann fand sie heraus, dass viele ihrer männlichen Kollegen mehr verdienen und bat zunächst um mehr Gehalt (SPIEGEL).
- Als sie damit scheiterte, verklagte sie das ZDF und forderte vor Gericht eine Entschädigung von 70.000 Euro. Der Vorsitzende Richter hatte den beiden Parteien bis Anfang Februar Zeit gegeben, den Streit außergerichtlich beizulegen. Das hat aber nicht geklappt.
- Die Begründung des ZDF: Die männlichen Kollegen der Klägerin hätten mehr Berufserfahrung. Das Geschlecht spiele keine Rolle.
- Sender und Klägerin konnten sich auch bei der Verhandlung nicht einigen: Als die Klägerin fragte, warum Männer in der Redaktion mit weniger Berufserfahrung trotzdem mehr verdienten als sie, antwortete der Vorsitzende Richter:
Wie sieht die Situation in Deutschland aus?
Frauen verdienten im Durchschnitt 21 Prozent weniger als Männer. Wenn man berücksichtigt, dass sie häufiger in Teilzeit arbeiten, seltener in Führungspositionen aufsteigen und eher in sozialen Berufen mit geringeren Verdiensten tätig sind, verringert sich die Lücke auf etwa sieben Prozent.
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