Zeitgeschichte: Adolf Hitler - Massenmörder und Multimillionär - DER SPIEGEL
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Zeitgeschichte Adolf Hitler - Massenmörder und Multimillionär

Er aß kein Fleisch, trank nicht und rauchte nicht. Doch selbstlos war Adolf Hitler nicht. Neue Erkenntnisse belegen, wie der Diktator sich bereicherte und skrupellos Millionen ausgab.
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Hamburg - Wohlhabende Damen und Sympathisanten der rechten Szene, nahezu acht Millionen Reichsmark an Tantiemen für seinen Bestseller "Mein Kampf" - Geschenk für alle Neuvermählten -, schamlose Bereicherung aus der Parteikasse der NSDAP, skrupellose Selbstbedienung aus dem Staatshaushalt, zahlreiche Erbschaften von Parteigenossen, Anteile aus dem Verkauf von Briefmarken mit seinem Porträt - all das brachte Hitler Millionen Reichsmark an Vermögen.

Die Schar der Hitler-Biografen hat den Aspekt der privaten Vermögensverhältnisse Hitlers nach Ansicht des Fernsehjournalisten Ingo Helm stark vernachlässigt. In der Dokumentation "Hitlers Geld" (Sendetermin: 28. August, 21.45 Uhr, ARD) stellt Helm neue Forschungserkenntnisse vor. So wurde dieses Frühjahr bekannt, dass er rund 20 Millionen Reichsmark in eine Führer-Residenz in Posen gesteckt hat. Bis 1945 lief das Projekt, ein von Kaiser Wilhelm II. gebautes Schloss auszubauen, unter Geheimhaltung. Um den Bau anzuschieben, schoss Hitler zwei Millionen Reichsmark aus seiner Privatschatulle vor, das entspricht abhängig vom Umrechnungsparameter rund 10 bis 16 Millionen Euro.

Laut Helm gibt es Parallelen zwischen Hitlers Macht- und Hitlers Geldanhäufung. "Geld, Macht und Aufstieg - das war Balsam für die gequälte Seele des verletzten Genies", sagt Helm gegenüber SPIEGEL ONLINE. So, wie er alle Macht auf sich vereinigte, so häufte er Vermögen an und gab auf geradezu unmoralische Weise Millionen aus.

Schon während seiner Zeit als Kunstmaler, als Soldat und Spitzel fürs Militär, hatte Hitler unter Anflügen von Größenwahn über seine Verhältnisse gelebt. Später unterschied er zwischen seinem privaten Vermögen und dem der Partei oder des Staates immer weniger: etwa beim Ausbau seines Sommersitzes auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden oder beim Aufbau einer gigantomanischen Kunstsammlung. Millionenbeträge wurden auch für den Erhalt der Macht ausgegeben. Geschenke von fürstlichem Zuschnitt machte der Mann, der sich gerne als Asket darstellte, um sich die Treue einflussreicher Personen zu sichern und unsichere Kantonisten an sich zu binden.

Umstritten ist die im Film gezeigte These, Hitler sei an den Einnahmen aus der Verbreitung von Fotos mit ihm beteiligt gewesen. Der Fotograf Heinrich Hoffmann habe die Urheberrechte für "fotografische Bildwerke" von Hitler dem Gesetz nach für zehn Jahre besessen. Auf Hitlers Weisung hin seien sie dann auf 20 Jahre erhöht worden.

Als Hitler, der auf Grund seiner Machtstellung auch keine Steuern zahlte, im Bunker der Berliner Reichskanzlei Selbstmord beging, war er ein reicher Mann. Er verfügte über so viel Geld, wie er wollte. Nach dem Krieg wurde Hitlers Vermögen durch den Alliierten Kontrollrat an den Freistaat Bayern übertragen. Die Einkünfte aus den Schriften Hitlers wollen dessen Erben, das sind die Halbschwester Angela Raubal und Nachfahren von Hitlers Mutter, die im österreichischen Waldviertel leben, von Bayern zurückhaben.