Zeitungsbericht Bin Ladens Testament
London - "Wir sahen die erbärmlichen Kreuzritter und die nichtswürdigen Juden sich aneinander klammern, als sie uns bekämpften, während Soldaten unserer Nation die weiße Falle schwenkten und sich dem Feind ergaben", zitiert die Zeitung "al-Majallah" aus dem angeblichen Testament. "Sogar die Taliban, nur eine Handvoll blieb standhaft, floh, bevor sie auf den Feind trafen", heißt es weiter.
Zugleich bat Bin Laden seine Kinder um Vergebung, dass er sie auf seinem Weg in den Heiligen Krieg vernachlässigt habe. Er wies sie an, "nicht der al-Qaida zu dienen", ohne allerdings Gründe zu nennen.
Zu den Terrorakten vom 11. September schrieb er, es seien "Eskalationen der gegen die USA gerichteten Angriffe" gewesen, die mit den Anschlägen auf amerikanische Kasernen im Libanon 1983 und auf US-Botschaften in Afrika 1998 begonnen hatten.
"Ich habe einen Weg voller Gefahren gewählt, erlitt Drangsal (...) Verrat und Untreue. Hätte es nicht die Verräter gegeben, wären die Bedingungen anders und das Ergebnis wäre ein anderes gewesen", so eine weiter Passage aus dem mutmaßlichen Letzten Willen.
Der Chefredakteur von "al-Majallah", Hani Nakshabandi, gab gegenüber Reuters an, die Zeitung habe das auf den 14. Dezember 2001 datierte Dokument vor einer Woche von "sehr glaubwürdigen" Quellen aus Afghanistan erhalten. Es sei von Bin Laden verfasst und unterschrieben worden. Eine unabhängige Bestätigung für die Echtheit des Dokuments gibt es aber nicht.
Nakshabandi gesteht ein, dass es nicht möglich sei, Bin Ladens Tod zu verifizieren. Er glaube aber, dass es von einem Verzweifelten, dem Tode Nahen verfasst wurde. "Wenn man es liest, bekommt man den Eindruck von einem Sterbenden. Es könnte sein, dass er verwundet wurde und fühlte, dass er sterben wird."