Zug der Queen Plastik statt Pomp
London - Erstmals hat Königin Elizabeth II. der britischen Presse nun einen Blick in ihren legendären königlichen Zug gestattet. Verwundert berichteten die Zeitungen ihren Lesern am Samstag: Die Innenausstattung des Sonderzugs erinnert eher an einen Wohnwagen aus den siebziger Jahren als an den luxuriösen Orient Express. Das sei schon an kleinen Details zu erkennen: So stamme die Klopapierrolle im WC aus dem Sortiment von Tesco, der größten britischen Supermarktkette.
Der Zug wurde 1977 zum Silbernen Thronjubiläum nach den Wünschen der Queen eingerichtet: Plastik und Laminat dominieren. An der Wand hängt in einem Rahmen eine Senioren-Bahnkarte für Prinz Philip. Eine der wenigen wirklichen Attraktionen ist ein Loch in einem der Esstische: Ein Polizist hatte hier vor zwei Jahren versehentlich seine Pistole abgedrückt.
Die Tage des Zuges sind nun möglicherweise gezählt, denn obwohl er alles andere als ein "Plast auf Rädern"ist, kostet er im Jahr umgerechnet rund 960.000 Euro. Im Dezember hatten Elizabeth und Philip erstmals einen regulären Zug ausprobiert: Für rund 60 Euro fuhren sie von London nach Chippenham bei Bristol. Immerhin, die als äußert sparsam geltende Queen löste für sich und ihren Mann Fahrscheine für die Erste Klasse.