Zugkatastrophe: Menschliches Versagen immer wahrscheinlicher - DER SPIEGEL
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Zugkatastrophe Menschliches Versagen immer wahrscheinlicher

Die Toten sind geborgen, die Bergungsarbeiten sollen bis zum Nachmittag abgeschlossen sein. Und auch mit der Ursachenforschung für das schwere Zugunglück sind die Ermittler offenkundig weitergekommen. Immer wahrscheinlicher: Der Lokführer trägt die Schuld für die Katastrophe.
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Brühl - Die Bergung des Zugwracks auf dem Bahnhof von Brühl wird voraussichtlich in wenigen Stunden abgeschlossen sein. "Bisher sind 70 Prozent der Wagen geborgen, der Rest wird wohl bis zum Nachmittag abtransportiert sein", erklärte der Sprecher der Deutschen Bahn AG in Nordrhein-Westfalen, Manfred Ziegerath, am Dienstagmorgen. Allein die Lokomotive sei noch ein Problem. Der Triebwagen war in ein Haus direkt am Bahnhof gerast und muss möglicherweise vor dem Transport zerlegt werden.

Bis zur Aufnahme des Zugverkehrs auf der üblichen Strecke zwischen Frankfurt und Köln könnten noch einige Tage vergehen. Auch der Bahnsteig müsse erst wieder hergerichtet werden, hieß es. Bei den Arbeiten in der Nacht waren unter den Trümmern keine weiteren Opfer gefunden worden.

Bei dem Zugunglück waren am Sonntag acht Reisende, eine Frau und sieben Männer, ums Leben gekommen. Sie stammen nach Angaben der Kölner Polizei alle aus Deutschland. "Die Identifikation ist bis auf einen Fall abgeschlossen", erklärte ein Polizeisprecher am Dienstag. 149 Menschen hatten teils schwerste Verletzungen erlitten. Von den 46 Menschen, die am Dienstag noch im Krankenhaus lagen, befand sich ein Patient noch in Lebensgefahr.

Unterdessen verdichteten sich die Hinweise auf menschliches Versagen als Ursache des Unglücks. "Zehn Züge sind mit dem gleichen Verzeichnis für Langsamfahrstellen wie der Lokführer des Nachtexpresses problemlos über die Weiche gefahren", erklärte Bahn-Sprecher Ziegerath. Absolut verbindlich für die Lokführer seien die Signale. Die Zeichen hätten auf dieser Teilstrecke eine Höchstgeschwindigkeit von 40 Stundenkilometern angezeigt. "Das Signalbuch ist eine Rechtsvorschrift", meinte Ziegerath.