Zugkatastrophe von Brühl: Opfer identifiziert - DER SPIEGEL
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Zugkatastrophe von Brühl Opfer identifiziert

Die Bergung des Unglückszuges von Brühl kommt nur langsam voran. Immer noch werden 22 Personen vermisst. Alle acht Todesopfer sind offenbar Deutsche.
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Brühl - Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich bei allen Toten um Deutsche, drei davon sollen aus dem rheinland-pfälzischen Lahnstein stammen. Bei dem Unglück waren am Sonntag 149 Menschen verletzt worden, 89 von ihnen schwer.

Nach Angaben der Bahn dürften die Aufräumarbeiten noch bis Mittwoch oder Donnerstag dauern. Unterdessen hält das Rätselraten an, warum der 28-jährige Lokführer den Nachtexpress mit 122 Stundenkilometern statt der erlaubten 40 durch den Bahnhof von Brühl steuerte.

Mindestens acht Menschen kamen ums Leben, als der D 203 Amsterdam - Basel im Bahnhof von Brühl bei Köln auf einer Weiche entgleiste. Zunächst hatte die Polizei von mindestens neun Toten berichtet. Diese Verwirrung sei auf die starke Verstümmelung der Leichen zurückzuführen, was die Zuordnung von Gliedmaßen schwierig gemacht habe. Die Polizei hielt es aber auch am Montag noch für möglich, dass bei der Bergung der teilweise stark zerstörten Wagen noch weitere Tote gefunden werden.

Nach den Worten eines Bahnsprechers gelang es inzwischen, einen der beiden um die Pfeilerkonstruktion des Bahnsteigdaches geschlagenen Wagen des D 203 in Teile zu zerlegen und auf Güterwaggons zu verladen. Erst am Dienstag sollte die Lok aus dem Wohnhaus gezogen werden, in dessen Wohnzimmer sie zum Stehen gekommen war.

Das Eisenbahn-Bundesamt in Bonn hatte seine Ermittlungen noch am Sonntag aufgenommen. Sprecher Mark Wille sagte, er sehe keine technische Möglichkeit, wie der Zug von allein hätte beschleunigen können, nachdem er vor einer Baustelle etwa zwei Kilometer vor dem Brühler Bahnhof vorschriftsmäßig gebremst habe. Geklärt werden müsse, ob die Anweisungen für den Lokführer eindeutig gewesen seien und welchen Inhalt sie hatten. Die entsprechenden Unterlagen hoffen die Ermittler im Führerhaus der beschädigten Lok finden zu können. Der Lokführer war mit einem schwerem Schock ins Krankenhaus eingeliefert worden und war vorerst nicht vernehmungsfähig.