Zugkatastrophe von Brühl Suche nach Vermissten beendet
Brühl - Ein Zugfahrgast schwebte am Montagnachmittag noch in Lebensgefahr. Insgesamt lagen noch 46 Schwerverletzte in den Krankenhäusern.
Bei den drei identifizierten Toten handelt es sich um eine Frau und zwei Männer, alle drei deutsche Staatsangehörige. Die Ermittler arbeiten daran, die anderen Todesopfer zu identifizieren. Bei dem Unglück waren am Sonntag 149 Menschen verletzt worden, 89 von ihnen schwer.
Nach Angaben der Bahn dürften die Aufräumarbeiten noch bis Mittwoch oder Donnerstag dauern. Unterdessen hält das Rätselraten an, warum der 28-jährige Lokführer den Nachtexpress mit 122 Stundenkilometern statt der erlaubten 40 durch den Bahnhof von Brühl steuerte.
Der D 203 Amsterdam - Basel war auf einer Weiche im Bahnhof von Brühl bei Köln entgleist. Zunächst hatte die Polizei von mindestens neun Toten berichtet. Diese Verwirrung sei auf die starke Verstümmelung der Leichen zurückzuführen, was die Zuordnung von Gliedmaßen schwierig gemacht habe.
Nach den Worten eines Bahnsprechers gelang es inzwischen, einen der beiden um die Pfeilerkonstruktion des Bahnsteigdaches geschlagenen Wagen des D 203 in Teile zu zerlegen und auf Güterwaggons zu verladen. Erst am Dienstag sollte die Lok aus dem Wohnhaus gezogen werden, in dessen Wohnzimmer sie zum Stehen gekommen war.
Das Eisenbahn-Bundesamt in Bonn hatte seine Ermittlungen noch am Sonntag aufgenommen. Sprecher Mark Wille sagte, er sehe keine technische Möglichkeit, wie der Zug von allein hätte beschleunigen können, nachdem er vor einer Baustelle etwa zwei Kilometer vor dem Brühler Bahnhof vorschriftsmäßig gebremst habe. Geklärt werden müsse, ob die Anweisungen für den Lokführer eindeutig gewesen seien und welchen Inhalt sie hatten. Die entsprechenden Unterlagen hoffen die Ermittler im Führerhaus der beschädigten Lok finden zu können. Der Lokführer war mit einem schwerem Schock ins Krankenhaus eingeliefert worden und war vorerst nicht vernehmungsfähig.