Zugriff in Spanien Kombattanten Bin Ladens verhaftet
Madrid - Der spanische Innenminister Mariano Rajoy teilte in Madrid mit, die Festgenommenen stünden unter dem Verdacht, als Unterstützer von Bin Ladens al-Qaida Papiere für Extremisten gefälscht und Kreditkarten-Betrügereien begangen zu haben. Sie hätten Terrorkommandos mit elektronischen und optischen Geräten versorgt. Alle Verdächtigen stammten aus Algerien.
Der spanische Rundfunk berichtete, es handele sich um Personen, die vermutlich in Lagern in Afghanistan eine Terroristen-Ausbildung erhalten und das Geld aus den Kreditkarten-Betrügereien nach Algerien weitergeschickt hätten. Die sechs waren in Almeria, Valencia, Huelva und in der Provinz Navarra nahe der französischen Grenze festgenommen worden. Dabei wurden gefälschte Ausweise, Fälschungswerkzeug und Flugtickets von Spanien nach Algerien und nach Frankreich sichergestellt, sagte der Innenminister.
Der Verhaftung ging eine zwei Jahre dauernde Untersuchung voraus, bei der auch die belgische, englische, französische, italienische, holländische und deutsche Polizei beteiligt war. Bereits im Juni hatte die spanische Polizei in Alicante Mohammed Bensakhiria verhaftet. Auch er soll ein Gefolgsmann Bin Ladens sein. Er wurde im Juli von Spanien an Frankreich ausgeliefert.
Rajoy sagte, es gebe Verbindungen der sechs Algerier zu zwei am 13. September in den Niederlanden und Belgien verhafteten Männern, die möglicherweise zu einer Bin-Laden-Gruppe gehörten, und die im Verdacht stünden, Selbstmordanschläge auf US-amerikanische Einrichtungen in Europa geplant zu haben.
Mohammed Atta war im Juli in Spanien
Nach Angaben der spanischen Behörden ist Mohammed Atta, der eines der insgesamt vier am 11. September in den USA entführten Passagierflugzeuge ins New Yorker World Trade Center steuerte, im Juli intensiv in Spanien herumgereist. Vermutlich habe er dort andere Kontaktleute Bin Ladens getroffen, hieß es.
Hamburger Händler Darkazanli bestreitet Terrorbeteiligung
Unterdessen hat sich der wegen angeblicher Kontakte zu Bin Laden in Terrorismusverdacht geratene Hamburger Geschäftsmann Mamoun Darkazanli gemeldet und eine Terrorbeteiligung abgestritten. "Ich bin bestürzt, ich habe mit der ganzen Sache nichts zu tun", sagte er telefonisch laut einem seiner Hamburger Geschäftspartner. Er wolle sich nun einen Anwalt nehmen und mit den Behörden in Verbindung setzten.
Die Hamburger Firma Mamoun Darkazanli Import-Export-Company war unter den 27 Privatleuten, Gruppen und Organisationen, denen die USA wegen Terrorismusverdacht am Montag die Konten gesperrt hatte. Nach US-Angaben soll Darkazanli, auch bekannt als Abu Iljaf, ein enger Vertrauter des mutmaßlichen Terroristenführers Bin Laden sein und 1996 an dem Anschlag auf die saudische Nationalgarde in Riad beteiligt gewesen sein.
USA: Haft für arabisch-stämmige College-Studenten
In den USA ordnete ein Gericht am Dienstag Haft für drei aus arabischen Ländern stammende College-Studenten an, die möglicherweise ebenfalls Verbindungen zur Gruppe um Bin Laden haben könnten. Einzelheiten wurden unter Hinweis auf Gefahren für die nationale Sicherheit nicht genannt. Der Anwalt der Studenten aus Jordanien, Saudi-Arabien und Jemen oder Somalia sagte, sie würden lediglich als "Zeugen zur Sache" festgehalten. Bereits vor rund zehn Tagen war ein Mann aus San Diego in Kalifornien unter dem Verdacht festgenommen worden, den Angreifern auf das World Trade Center (WTC) und das Pentagon finanzielle Unterstützung gewährt zu haben.
Festnahmen auch in England
In London teilte die Polizei am Mittwoch mit, drei unter Terrorismus-Verdacht am Vortag im mittelenglischen Leicester festgenommene Männer, Zeitungsberichten zufolge Algerier, würden mit Plänen zu einer Terrorwelle in Frankreich in Verbindung gebracht. Ein Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September werde bisher nicht gesehen. Die französische Polizei hatte am Freitag mitgeteilt, wegen mutmaßlicher Zugehörigkeit zu extremistischen Vereinigungen, die möglicherweise Anschläge auf US-Einrichtungen in Frankreich geplant hätten, seien sieben Personen festgenommen worden.
Nach einem Bericht der britischen Zeitung "Daily Mail" hatten fünf der Flugzeugentführer in den USA ihre Ausbildung in Großbritannien erhalten.