Zugspitz-Lauf Todesopfer waren trainierte Sportler
Garmisch-Partenkirchen - Ihnen fehlten nur noch wenige Meter zum Ziel - doch sie schafften es nicht. Für zwei Männer war am Sonntag beim Extremberglauf auf die Zugspitze jede Hilfe zu spät gekommen. Ein 41-Jähriger aus dem nordrhein-westfälischen Witten und ein 45-Jähriger aus Ellwangen in Baden-Württemberg starben trotz Wiederbelebungsversuchen an Erschöpfung - knapp unter dem Gipfel des 2962 Meter hohen Bergs. Bis zu hundert Helfer waren im Einsatz, darunter sieben Notärzte. Vier Rettungshubschrauber waren unterwegs.
Nach einem Bericht von RuhrNachrichten.de absolvierte der 41-jährige Marathonläufer aus Witten an diesem Tag den ersten Extremberglauf seines Lebens. "Er wusste vielleicht nicht, was auf ihn zukommt", sagte Teamkollege Ralf Kubeczka dem Internetportal. Der Extremberglauf sei besonders zum Schluss gefährlich. "Das letzte Stück ist besonders anstrengend, weil es kein Laufen mehr ist, sondern Klettern." Kubeczka selbst hat den Extremberglauf auf die Zugspitze dreimal absolviert, jedoch in diesem Jahr pausiert. Nach Informationen von RuhrNachrichten.de war ein Teamkollege aus Witten wegen des schlechten Wetters umgekehrt und hatte dabei das spätere Todesopfer getroffen. Aus Teilnehmerkreisen hieß es, die Teamkollegen aus Witten hätten sich noch "Alles in Ordnung" zugerufen.
Das zweite Opfer, ein 45-jähriger Gymnasiallehrer aus Ellwangen, hatte nach Angaben eines Stadtsprechers in der Marathongruppe des Sportvereins trainiert und war mehrfach sportlich ausgezeichnet worden. Erst im vergangenen Jahr habe er den dritten Platz in seiner Altersgruppe bei den Württembergischen Straßenlaufmeisterschaften über zehn Kilometer erreicht. "Der Mann war eigentlich körperlich topfit." Er hinterlässt seine Frau und zwei Kinder im Alter von acht und zehn Jahren. Beide Tote sollen obduziert werden.
Die Läufer seien schon weit oben gewesen, als sich das Drama abspielte, sagte Polizeisprecher Klaus Schürgers. "Man befindet sich im Hochgebirge - es ist auch in dieser Jahreszeit nicht ungewöhnlich, dass es auf der Zugspitze mal schneit." Eines der beiden Todesopfer sei rund hundert Höhenmeter vor dem Ziel zusammengebrochen, das andere trennten rund 200 Höhenmeter von dem rettenden Ziel am Zugspitzgrat.
Es war bereits der achte Extremlauf auf die Zugspitze. An der Sportveranstaltung nahmen rund 600 Läufer teil. Im Vorjahr wurde aber nach Angaben eines Teilnehmers wegen schlechten Wetters nicht bis zum Gipfel gelaufen. Die Distanz beträgt 16,1 Kilometer bei 2100 Metern Höhenunterschied. Die Sportler waren gegen 9 Uhr im österreichischen Ehrwald bei Regen gestartet.
ler/dpa