Zugspitzbahn Rund 60 Verletzte bei Frontalzusammenstoß
Garmisch-Partenkirchen - 15 Personen wurden schwer verletzt, der Fahrer eines Zuges wurde mit schwersten Wunden per Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Der mit 40 Fahrgästen vollbesetzte Zug aus Garmisch war den Angaben zufolge gegen 10.50 Uhr zu Beginn des kurzen Tunnels auf eingleisiger Strecke mit dem zu Tal fahrenden Triebwagen zusammengeprallt, in dem sich nur der Fahrer befand. Nach Angaben der Bayerischen Zugspitzbahn, führte vermutlich ein Fehler des Fahrdienstleiters in Grainau, der Zwischenhaltestelle der Bahn, zu dem Unfall.
Knapp 150 Rettungssanitäter und Feuerwehrleute waren im Einsatz, um die Fahrgäste aus den zerbeulten Waggons der beiden Triebzüge zu bergen. Noch Stunden nach dem Unfall, der sich nach Angaben der Polizei gegen 10.50 Uhr ereignete, kreisten über der Unglücksstelle Rettungshubschrauber des Roten Kreuzes und der Bundeswehr. Die Polizei sperrte das Gelände weiträumig ab. Trotzdem versammelten sich dutzende Schaulustige, meist Urlauber, in der Nähe des Schienenstücks am Fuß des rund 3000 Meter hohen Zugspitzmassives.
Zunächst hatte die Polizei von rund 35 Verletzten gesprochen. Etwa 20 Personen hätten sich aus eigener Kraft vom Unfallort entfernt und sich in ärztliche Behandlung gegeben, sagte ein Polizeisprecher am Nachmittag. Daher habe die Zahl der Verletzten nach oben korrigiert werden müssen.
Der Einsatzleiter des Roten Kreuzes, Andreas Geuther, sagte, wegen der engen Tunnelwände hätten die Sanitäter nicht zu den Fahrern vordringen können, die in ihren Kabinen eingekeilt gewesen seien. "Die Feuerwehr hat die Inneneinrichtung des Zuges mit schwerem Gerät herausgeschnitten, um von hinten an die Führerstände heranzukommen", sagte Geuther. Einige Passagiere konnten sich nach Angaben des Sanitäters selbst aus dem Waggon befreien. "Die Leute waren schon draußen, als wir eintrafen. Viele standen aber unter Schock", sagte Geuther. Insgesamt seien neun Schwerverletzte per Hubschrauber abtransportiert worden, andere seien mit Rettungs- oder Krankenwagen in Kliniken nach Garmisch und Murnau gebracht worden. Unter den Verletzten waren einige Touristen aus Japan, den USA und der Türkei, aber auch Einheimische.
Zugspitzbahn-Chef Peter Hirt sagte, der Fahrdienstleiter in Grainau habe möglicherweise das Signal zur Abfahrt zu früh gegeben. "Weil die Strecke nur eingleisig ist, hätte der Zug aus Garmisch erst in den Bahnhof einfahren müssen", sagte Hirt. Die Züge führen auf der Strecke gewöhnlich mit Tempo 40. Wie schnell die Bahnen tatsächlich gewesen seien, sei bislang aber unklar. Ein Sprecher der Polizei Oberbayern sagte, zunächst müssten die Fahrpläne überprüft und Zeugen befragt werden, bevor die genaue Unfallursache festgestellt werden könne.