Zugspitzbahn: Unfallursache noch immer unklar - DER SPIEGEL
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Zugspitzbahn Unfallursache noch immer unklar

Während noch sieben der Verletzten auf der Intensivstation liegen, sucht die Polizei nach der Ursache des schweren Unglücks bei der Zugspitzbahn. Zwei Züge waren am Samstag im Katzensteintunnel ineinander gerast. Am Nachmittag soll die Strecke bereits freigegeben werden.
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Garmisch-Partenkirchen - Am Sonntag wurden nach Angaben der Polizei noch 29 der mehr als 60 Verletzten in Krankenhäusern stationär behandelt. Sieben von ihnen lägen noch auf der Intensivstation, sagte ein Polizeisprecher in Weilheim. Inzwischen seien aber alle Verletzten außer Lebensgefahr. Der Zustand des am schwersten verletzten Fahrers des zu Tal fahrenden Triebwagens habe sich stabilisiert. Er sowie der andere Zugführer seien aber noch nicht vernehmungsfähig. Als Ursache für den Frontalzusammenstoß der beiden Triebwagen vermutet die Polizei menschliches Versagen.

Ein vollbesetzter Zug aus Garmisch war am Samstag um 10.36 Uhr auf eingleisiger Strecke in der Einfahrt zum Katzensteintunnel mit dem zu Tal fahrenden Triebwagen zusammen gestoßen, in dem sich nur der Fahrer befand. Dabei wurden nach Angaben der Polizei insgesamt 64 Menschen verletzt. Knapp 150 Rettungssanitäter und Feuerwehrleute waren im Einsatz, um die Fahrgäste aus den zerbeulten Waggons der beiden Triebzüge zu bergen. Sie wurden mit Hubschraubern und Rettungswagen in die Krankenhäuser von Garmisch-Partenkirchen und Murnau gebracht. Unter den Verletzten waren einige Touristen aus Japan, den USA und der Türkei, aber auch Einheimische.

Nach Angaben der Bayerischen Zugspitzbahn, führte vermutlich ein Fehler des Fahrdienstleiters in Grainau, der Zwischenhaltestelle der Bahn, zu dem bislang schwersten Unfall der Zugspitzbahn. Zugspitzbahn-Chef Peter Hirt sagte, der Fahrdienstleiter in Grainau habe möglicherweise das Signal zur Abfahrt zu früh gegeben. "Weil die Strecke nur eingleisig ist, hätte der Zug aus Garmisch erst in den Bahnhof einfahren müssen", sagte Hirt. Die Züge führen auf der Strecke gewöhnlich mit Tempo 40. Wie schnell die Bahnen tatsächlich gewesen seien, sei bislang aber unklar.

Am Sonntag waren noch Beamte der Kriminalpolizei Garmisch-Partenkirchen an der Unglückstelle, um Spuren zu sichern. Am Nachmittag sollten die ineinander verkeilten Triebwagen geborgen und in das Betriebswerk Grainau gebracht werden, um dort von Gutachtern untersucht zu werden. Ein technischer Fehler als Unfallursache sei aber wohl auszuschließen, sagte ein Polizeisprecher. Die Triebwagen hätten erst vor kurzem eine Inspektion durchlaufen.

Derzeit werte die Kriminalpolizei und die ermittelnde Staatsanwaltschaft München II den Funkverkehr und die Fahrtenschreiber aus, um weiteren Aufschluss über die Unfallursache zu bekommen, sagte der Sprecher weiter. Da es an der Zugspitzbahn keine Signale gebe und die Züge entweder per Funk oder per Handzeichen die Freigabe für die Fahrt erhielten, komme der Auswertung des Funkverkehrs besondere Bedeutung zu.