Zugunglück in Spanien Ermittlungen gegen Chefs der Bahngesellschaft
Lok des entgleisten Zuges: Ermittlungen gegen Bahnchefs
Foto: Lalo R. Villar/ AP/dpaSantiago de Compostela - Im Zusammenhang mit dem schweren Zugunglück im spanischen Santiago de Compostela steht nun auch die Führung der Bahngesellschaft Adif im Fokus. Die spanische Justiz ermittelt gegen Adif-Präsidenten Gonzalo Ferre und dessen zwei Vorgänger. Ermittlungsrichter Luis Aláez erklärte die drei zu Beschuldigten und lud sie zu Vernehmungen vor, wie aus einer veröffentlichten Anordnung hervorging.
Dem Richter zufolge trug der Lokführer die Hauptschuld an dem Unglück am 24. Juli. Dieser war im Juli mit einem Hochgeschwindigkeitszug mit 192 Kilometer pro Stunde in eine Kurve gerast, in der nur Tempo 80 zugelassen war. Der Zug entgleiste, 79 Menschen starben, 150 wurden verletzt.
Laut Richter gibt es jedoch Anzeichen dafür, dass die Sicherheitsvorkehrungen in der Kurve und die Ausschilderung des Tempolimits unzureichend gewesen seien. Adif verwaltet das Schienennetz.
Führende Mitarbeiter des staatlichen Unternehmens, die für die Sicherheit zuständig waren, müssen demnach ebenfalls als Beschuldigte vor dem Richter aussagen. Gegen die ebenfalls staatliche Bahngesellschaft Renfe, die den Zugverkehr betreibt, wird nicht ermittelt.