Zum Männertag Haarige Sache
Berlin - Viele Männer versuchen mit Haartransplantationen den Folgen von frühem Haarausfall entgegenzuwirken. Vor allem Jüngere würden sich an ihn und seine Kollegen wenden, sagte der Präsident der Europäischen Gesellschaft für Haarchirurgie (ESHRS) Frank Neidel anlässlich eines Treffens der Gesellschaft in Berlin. "Die empfinden das als Katastrophe, wenn ihnen in jungen Jahren Haare ausfallen."
In Deutschland finden nach Einschätzung des Mediziners aus Düsseldorf jährlich zwischen 2000 und 4000 Haartransplantationen statt. "In den USA sind es hingegen 250.000", so Neidel. "Die Technik lässt sich sowohl medizinisch als auch schönheitschirurgisch verwenden." Bei der Haartransplantation werden Haarwurzeln aus dem Hinterkopfbereich lasermikrochirurgisch entnommen und in haarfeinen Schnitten auf der kahlen Fläche wieder eingesetzt. "Die Haare aus dem Hinterkopfbereich sind besonders kräftig", sagte der Arzt. "Es bleibt nur eine strichförmige kleine Narbe, die man nicht sieht."
Pro Quadratzentimeter wachsen nach Angaben des Experten auf dem Kopf eines Mitteleuropäers zwischen 180 bis 250 Haare. Auf der verpflanzten Stelle sind es etwa 10 bis 30 Prozent davon. "Das macht aber nichts aus, weil Hinterhaupthaare dichter und dunkler sind." Etwa vier bis sechs Stunden dauere eine Behandlung unter örtlichen Betäubung.
"Die Haarwurzel wächst innerhalb von einer Woche ein, doch erst nach drei Monaten beginnt das Haar zu sprießen", so Neidel. Nach einem halben Jahr seien die Haare drei, nach einem Jahr neun Zentimeter lang. Nach zwei oder drei Behandlungen sei ein absolut dicht aussehendes Haar erreicht.