Zurwehme Großfahndung in Berlin
Berlin - Die dortige Polizei löste am Freitag aufgrund einer plausibel klingenden Beschreibung eines Joggers eine Großfahndung aus und durchkämmte den Grunewald. Der Zeuge hatte bei der Vernehmung auf das richtige Foto getippt.
300 mit Maschinenpistolen und schußsicheren Westen ausgerüstete Beamte waren den Angaben zufolge seit 15.45 Uhr mit der systematischen Durchsuchung des Naherholungsgebietes beschäftigt.
Der Tip des Joggers, der den ihm verdächtig vorkommenden Mann am Vormittag sah, gilt noch nicht als endgültig sicherer Hinweis. Er bedeutet nach Angaben eines Sprecher lediglich, daß der Mann den Gesuchten mit hoher Wahrscheinlichkeit erkannte. Das Landeskriminalamt habe nach Auswertung der Aussagen die notwendigen Schritte veranlaßt. Die Polizei ist sich aber nach eigenen Angaben bewußt, daß sich das Aussehen Zurwehmes inzwischen erheblich verändert haben und nicht mehr mit den Fahndungsbildern übereinstimmen könnte.
Zuvor hatte die Polizei in Stadthagen bei Hannover mitgeteilt, sie habe die Spur Zurwehmes endgültig verloren. 800 Hinweise seien geprüft worden. Den Angaben zufolge könnte der Gesuchte bereits vor zehn Tagen Niedersachsen verlassen oder sich im Schaumburger Wald eingegraben haben. In dem Wald hatte Zurwehme am Mittwoch vergangener Woche eine 15jährige in seine Gewalt gebracht, die dann aber flüchten konnte. Dies hatte die Polizei auf seine Spur gebracht. Das Gebiet wird weiter von 80 zusätzlichen Polizisten im Streifendienst überwacht.
Zurwehme, der 1974 wegen Mordes verurteilt worden war und Ende 1998 aus dem offenen Vollzug flüchtete, soll im März in Remagen zwei Rentnerpaare erstochen haben. Zuletzt glaubte am Dienstag ein Jäger, Zurwehme in der Nähe von Hannover erkannt zu haben.