Zwischenbericht zum Concorde-Absturz "Sieben oder acht Hypothesen"
Paris - Die Boulevardzeitung "Le Parisien" berichtet, mehr als vier Kilogramm schwere Stücke des geplatzten Reifens der Concorde seien auf der Startpiste des Pariser Flughafens Charles de Gaulle gefunden worden. Solche großen Stücke seien nach Expertenmeinung außergewöhnlich und auch nicht den Normen entsprechend. Kleinere Teile hätten die Tanks wahrscheinlich nicht so stark beschädigt.
Nach dem Bericht haben die Fachleute des Untersuchungsamtes für Flugunfälle BEA außerdem "sieben oder acht Hypothesen" dazu, warum ein so intensives Feuer in dem Überschallflugzeug entstanden ist. Der Zwischenbericht , dessen Internet-Veröffentlichung das Amt für 21 Uhr am Donnerstag angekündigt hat, sage auch noch nicht klar, warum zwei Triebwerke zum Stillstand gekommen seien. Bei einem der Triebwerke müsse es eine "äußere Einwirkung" gegeben haben.
Der BEA-Zwischenbericht kommt mehr als einen Monat nach der Katastrophe von Gonesse bei Paris mit 97 deutschen Opfern unter den 113 Toten. Von dem 80 Seiten langen Bericht, den das Amt an diesem Freitag erläutern will, werden keine endgültigen Schlussfolgerungen zur Absturzursache erwartet.
Nach bisherigen Erkenntnissen hat ein 40 Zentimeter langes Metallstück auf der Piste einen Reifen platzen lassen und damit eine Kettenreaktion ausgelöst. Mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen für die zwölf britischen und französischen Concordes befassen sich Experten am 7. September. Dabei geht es auch um die mögliche Wiederaufnahme der untersagten Concorde-Flüge.