Zyanid-Lauge Tote Pferde in der Theiß
Budapest/Sofia - Diese Bilanz zieht der Katastrophenschutz im Bezirk Szabolcs am Oberlauf der Theiß, wie die Zeitung "Nepszabadsag" berichtet.
Unterdessen stellten die Behörden in Bulgarien eine "Normalisierung der Umweltlage" im westlichen Teil des bulgarischen Donau-Abschnitts fest.
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán forderte am Mittwoch in einem Rundfunk-Interview die Europäische Union auf, Druck auf die Nachbarländer Ungarns auszuüben. Ziel seien Verträge mit Budapest über die Haftung im Falle von Umweltkatastrophen wie dem Zyanid-Desaster. "Die Union könnte klarstellen, dass sie nur solche Länder als beitrittsfähig erachtet, die in der Lage sind, untereinander derartige Verträge abzuschließen", sagte Orbán.
In Bulgarien wurden unterdessen das Fischfangverbot und andere Schutzmaßnahmen in der Region um die Stadt Widin aufgehoben. Das meldete der staatliche Rundfunk in Sofia unter Berufung auf die Behörden. Der Zyanid-Gehalt im Flusswasser lag den Angaben zufolge weit unter der zugelassenen Höchstgrenze von 0,1 Milligramm pro Liter.
Die giftige und mit Schwermetallen versetzte Blausäuresalz-Lauge war Ende Januar aus dem geborstenen Abwasserbecken eines Goldbergwerks im Nordwesten Rumäniens ausgelaufen und über den Fluss Somes in die Theiß und in die Donau gelangt. In Ungarn wurden bislang die meisten Fischkadaver geborgen.