Zyklon in Australien "Yasi" hinterlässt ein Trümmerfeld
Zyklon in Australien: "Yasi" hinterlässt ein Trümmerfeld
Foto: Dave Hunt/ dpaCairns - kämpft mit den Zerstörungen, die durch entstanden sind. Hatte sich die Regierung am Donnerstag noch erfreut gezeigt, dass es keine größeren Personenschäden zu verzeichnen gab, so meldeten die Behörden am Freitag ein Todesopfer. Ein 23-jährigen Mann ist demnach während des Sturms in einem Haus in der Nähe der Stadt Ingham im Staat Queensland erstickt.
Der Mann, der sich in einem unbelüfteten Raum in Sicherheit brachte, habe die Abgase eines Dieselgenerators eingeatmet, sagte die Ministerpräsidentin von Queensland, Anna Bligh. Die Leiche war am Donnerstag entdeckt worden. In der Ortschaft Cardwell werden noch zwei Männer vermisst.
Zahlreiche Menschen sind inzwischen in ihre Häuser zurückgekehrt - oder in das, was noch davon übrig geblieben ist. Der Inhaber eines Ladens in dem besonders vom Sturm betroffenen Tully steht auf den Trümmern seines Geschäfts und versucht, aus den Regalen zu retten, was noch zu retten ist. Das Dach ist weg, überall liegt Schutt.
Zyklon "Yasi": Nach dem Sturm kommt das Aufräumen
Lesley Hardy sitzt mit ihrer Cousine mitten in den Resten des Seniorenzentrums von Tully, das rund 30 Kilometer von der Küste entfernt liegt, auf einem zerstörten Klavier. Hardy hat 1957 ihre Hochzeit in diesem Haus gefeiert, damals wurde auf dem Klavier gespielt.
"Ich hoffe, wir werden nicht vergessen", sagt Lisa Smith, die in der Hafenstadt Cardwell vor ihrem abgedeckten Haus steht. Sie kritisierte, die Behörden hätten der noch immer von der Umwelt abgeschnittenen Gemeinde noch keine elementare Hilfe zukommen lassen.
" Yasi" war seit Mittwoch über den Nordosten Australiens gezogen und erreichte Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometern pro Stunde. Hunderte Häuser, Felder und Teile der öffentlichen Infrastruktur wurden zerstört, Hunderttausende Haushalte waren ohne Strom. Ernten im Wert von Hunderten Millionen Dollar wurden zerstört. Insgesamt kam Queensland, das erst kürzlich unter schweren Überschwemmungen gelitten hatte, jedoch glimpflicher davon als befürchtet worden war.
Soldaten und Polizei helfen im Katastrophengebiet
Die Regierung hat inzwischen rund 4000 Soldaten in das Katastrophengebiet geschickt, um die Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen. Außerdem würden rund 600 Polizisten ausziehen, um bei den Aufräumaktionen zu helfen, versprach Premierministerin Julia Gillard.
Am Freitag funktionierten in einigen Orten schon wieder die Stromversorgung und die Telefone, die Straßen waren zum Teil von Schutt und umgestürzten Bäumen befreit. Anhaltende Regenfälle und Flutwarnungen behindern jedoch die Aufräumarbeiten. Der Sturm, der mittlerweile rund 800 Kilometer ins Landesinnere gezogen ist, hat sich weiter abgeschwächt.
Die Tourismusindustrie beschwert sich, dass Touristenzentren umsonst geschlossen worden seien - und das Image der Region gelitten habe. "Die Leute denken, dass die eine Hälfte von Queensland noch durch die Überschwemmungen unter Wasser steht und die andere jetzt vom Zyklon verwüstet wurde", meinte Neil Scanlon von der Hotelgruppe Accor, die zehn Hotels in Queensland vorsorglich schloss. Zahlreiche Touristen hatten die Region aus Sorge verlassen.
Tatsachlich sind die Schäden beispielsweise auf den Whitsunday Islands vor der Küste und in anderen Touristenzentren weit weniger schlimm als befürchtet, wie das Tourismusbüro von Queensland in München mitteilte. Auch der Flughafen von Cairns sei schon wieder geöffnet.
Der Koordinator des Katastrophenschutzes verteidigte jedoch die düsteren Warnungen. Sonst hätten die Einwohner das nahende Unwetter womöglich noch auf die leichte Schulter genommen. Stewart räumte aber ein, dass er und andere mit der möglichen Schadensschätzung daneben lagen.