Unfall im Zypern-Urlaub Kind stürzt aus Fenster und stirbt – Vater verurteilt
Der Anwalt des Mannes spricht vor dem Gerichtsgebäude in Paphos, Zypern, mit Journalisten
Foto: James Manning / PA Images / picture allianceEin Brite, der sich nach dem Unfalltod seines Sohnes auf Zypern vor Gericht schuldig bekannt hat, ist zu einer Geldstrafe von 3000 Euro verurteilt worden und darf in sein Heimatland zurückkehren. Der 37 Jahre alte Mann weinte, als der Richter entschied, dass eine Haftstrafe in dem Fall nicht gerechtfertigt sei. Kein Urteil könne die »persönlichen Folgen des Verlusts seines Kindes« überwiegen, sagte er der britischen BBC zufolge.
Der Unfall hatte sich am 12. Juli ereignet. Der Mann hatte damals seinen Sohn, dessen Alter in Berichten mit zwei oder drei Jahren angegeben wird, zu einem Fenster im vierten Stock eines Hotelzimmers gehoben. Dies war geschehen, nachdem der Junge darum gebeten hatte, den Wasserpark des Hotels zu sehen. Laut den vor Gericht vorgelegten Beweisen rutschte der kleine Junge seinem Vater aus den Händen und stürzte aus dem Fenster – zwölf Meter tief – in den Tod.
Aus einer Erklärung der Familie
Das Gericht zeigte sich zudem überzeugt, dass der Mann tatsächlich geglaubt habe, das Fenster sei geschlossen. »Das Fenster schien keine Markierungen zu tragen, die den Angeklagten zwangsläufig darauf aufmerksam gemacht hätten, dass ein Teil davon offen war«, sagte Bezirksrichter Froso Christodoulidou. Dass der Angeklagte zum Unfallzeitpunkt Alkohol im Blut hatte, spielte keine Rolle. Es gebe keine Hinweise darauf, dass er so beeinträchtigt gewesen sei, dass er rücksichtslos gehandelt habe.
Das Kind war nach dem Zwölf-Meter-Sturz in dem Ort Chlorakas noch ins Krankenhaus in Paphos gekommen. Dort wurde der Junge für tot erklärt. Die Familie war erst am selben Tag zu ihrem Urlaub auf Zypern angekommen.
Nach dem Urteil gab die Familie in einer Stellungnahme ihre Erleichterung über das Ende des Prozesses bekannt. Die Folgen dieser Tragödie würden jedoch niemals enden. »Unser Sohn wurde tief geliebt und wird für immer vermisst werden. Sein Verlust ist etwas, das wir jeden Tag mit uns tragen.«