10. Juni 2002 Titel - DER SPIEGEL
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Hausmitteilung 10. Juni 2002 Titel

• aus DER SPIEGEL 24/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Seit Jahrzehnten beobachtet, begleitet und beschreibt SPIEGEL-Autor Jürgen Leinemann, 65, das handelnde Personal der politischen Szene - erst von Bonn aus, nun aus Berlin. Und lange Zeit schon bewegt ihn die Frage, was Berufspolitiker eigentlich antreibt, wo ihre Motive liegen. Sein Fazit: »Viele sind einer Sucht verfallen und suchen immer einen neuen Kick. Und der Kick ist die öffentliche Aufmerksamkeit.« Etliche Politiker hat Titelautor Leinemann in den vergangenen Jahren auf ihre Sucht angesprochen, und niemand hat dementiert. Im Gegenteil: »Sie reden über das Thema oft von sich aus.« Dabei seien Politiker nun auch in dieser Beziehung tatsächliche Volksvertreter, die eine Suchtgesellschaft repräsentieren, so Leinemann: »Süchtige Entgleisungen sind zentraler Defekt unserer Zeit.« Dem einen ist die Arbeit eine Droge oder der Erfolg, dem anderen Computerspiel oder Rauschmittel, und alle tun sich schwer mit einer verunsichernden, bedrohlichen Realität. »Das passiert in allen Berufen, mal mehr, mal weniger«, so Leinemann, »in der Politik, wo über das Schicksal von Millionen Menschen entschieden wird, ist das allerdings prekär« (Seite 76).

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