HAARE 100 Jahre Welle des Grauens
Die erste »Dauerondulierung« war eine schmerzhafte Prozedur. Erste Vorführungen endeten mit Brandblasen und büschelweisem Haarausfall. Da wickelte der Schwarzwälder Frisuren-Pionier Karl Ludwig Nessler (1872 bis 1951) noch feuchtes Frauenhaar auf Metallstäbchen und erhitzte die Strähnen mit glühenden Zangen. Vor 100 Jahren, am 8. Oktober 1906, wurde diese brandheiße künstliche Krause zum ersten Mal eingebrannt - eine »bahnbrechende Erfindung«, die Nessler vorübergehend zum reichen Mann machte und die Menschheit noch bis in die neunziger Jahre schmückte. Dann freilich kam die »Welle des Grauens« in Europa total aus der Mode. Ein Revival ist nicht ausgeschlossen: »Nach zehn Jahren mit glattem Haar hat die Dauerwelle jetzt wieder Chancen auf ein Comeback«, orakelt der Hamburger Friseur Peter Polzer.