Meldungen August 1998 12. August Smog-Fahrverbot verpufft
Erstmals wird in vier Bundesländern wegen zu hohen Ozongehalts der Luft für 24 Stunden ein Kfz-Fahrverbot verhängt. In Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland dürfen von sechs Uhr morgens an nur noch Autos mit geregeltem Katalysator oder andere schadstoffarme Fahrzeuge unterwegs sein. Am Nachmittag zuvor wurde der Grenzwert von 240 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft in allen vier Ländern an mehr als drei Meßstellen überschritten, was laut Sommersmog-Regelung von 1995 Fahrverbote für Kfz mit hohen Schadstoff-Emissionen zur Folge hat. Doch die Anti-Smog-Maßnahme verpufft nahezu wirkungslos. Auf den Straßen der betroffenen Bundesländer rollen fast ebenso viele Kraftfahrzeuge wie an jedem Werktag. Auf einigen Autobahnabschnitten in Hessen wird sogar mehr Verkehr als üblich registriert; es gibt allzu viele Ausnahmeregelungen, die das generelle Verbot durchlöchern, und deshalb auch keine Möglichkeit zu effektiver Kontrolle. So dürfen Urlauber ihren Wagen nutzen und auch Pendler, denen es unzumutbar erscheint, auf ihr Auto zu verzichten. Angesichts dieser Lage bemüht sich die Polizei erst gar nicht, Jagd auf Smogsünder zu machen.