Hausmitteilung 13. August 2001 Attac
Es war nur eine Routinefrage: Ob er nicht mal einen Blick in die Mitgliederliste werfen dürfe, wollte SPIEGEL-Redakteur Ulrich Schäfer, 34, wissen, als er vergangene Woche das deutsche Hauptquartier von Attac in Verden an der Aller besuchte, jener Bewegung, der weltweit inzwischen 55 000 Globalisierungskritiker angehören. Na klar, kein Problem, beschied Sven Giegold, 31, einer der Gründer von Attac Deutschland, Schäfer solle sich einfach an einen der Computer setzen. Gesagt, getan, und siehe da, Schäfer stieß auf einen Bekannten: Oskar Lafontaine. Als Bundesfinanzminister hatte der sich einst darum bemüht, das »Spielcasino« an den globalen Finanzmärkten zu bändigen - dieses Ziel verfolgt nun auch Attac. Lafontaines früheren Erzrivalen, Bundeskanzler Gerhard Schröder, fand Schäfer selbstredend nicht in der Datei. Immerhin, so Attac-Mann Giegold: »Berater des Kanzlers haben uns für Anfang September zum Gedankenaustausch nach Berlin eingeladen« (Seite 90).