150 Jahre Knast für Milliardenbetrüger - DER SPIEGEL
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WIRTSCHAFTSKRIMINALITÄT 150 Jahre Knast für Milliardenbetrüger

• aus SPIEGEL Chronik 54/2009
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Schon um sieben Uhr morgens stehen Journalisten, Opfer und Anwälte vor dem Bundesbezirksgericht im Süden Manhattans Schlange. Sie alle wollen einen Platz in dem Gerichtssaal ergattern, in dem an diesem Tag das Urteil gegen den größten Betrüger in der Geschichte der Wall Street gesprochen werden soll. Der New Yorker Vermögensverwalter Bernard Madoff hatte sich im März schuldig bekannt, durch ein Schneeballsystem Anleger mehr als 20 Jahre lang um rund 65 Milliarden Dollar betrogen zu haben. Mit einem angeblich rentablen Handelssystem versprach er Anlegern konstant hohe Gewinne, die er mit dem Geld neuer Investoren finanzierte. Zu den Opfern gehören neben Privatanlegern wie Steven Spielberg Stiftungen wie die des Friedensnobelpreisträgers Elie Wiesel. Auch europäische Banken und Vermögensverwalter hatten Geld bei Madoff angelegt, in Deutschland allein 69 Investmentfonds. »Das Ausmaß des Betrugs ist beispiellos«, sagt am Ende der Verhandlung der zuständige Bundesrichter Denny Chin, verurteilt den 71-jährigen Madoff zu einer Haftstrafe von 150 Jahren und verhängt gegen ihn einen Pfändungsbeschluss über 170 Milliarden Dollar.

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