22. Juni Flucht aus dem Gerichtssaal - DER SPIEGEL
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Meldungen Juni 1998 22. Juni Flucht aus dem Gerichtssaal

• aus SPIEGEL Chronik 54/1998
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Der wohl dreisteste Ausbruch der Kriminalgeschichte gelingt zwei Verbrecherbossen in Salerno nahe Neapel. Vor den Augen ihrer verdutzten Richter verschwinden die beiden Camorra-Anführer Giuseppe Autorino und Ferdinando Cesarano durch einen Tunnel aus dem Käfig, in dem sie gemeinsam mit anderen Bandenmitgliedern wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung und Erpressung vor Gericht stehen. Den engen, etwa vier Meter langen unterirdischen Gang, durch den die als besonders gefährlich eingestuften Berufsverbrecher fliehen, hatten Komplizen von außen bis unter den Angeklagten-Käfig im bunkerähnlichen Gerichtssaal am Stadtrand von Salerno gegraben. Um ihren Anführern beim Einstieg in den Tunnel Sichtschutz zu geben, reihten sich andere Camorristi im Käfig vor den beiden auf. Justizbeamte im Saal können nur noch verhindern, daß weitere Angeklagte fliehen. Mit Pistolen und Handgranaten bewaffnet, die im Tunnel deponiert sind, gelangen die Ausbrecher zu einer nahen Straße und entkommen in Fluchtfahrzeugen. Salernos Polizeichef wird am Tag nach dem Camorra-Coup gefeuert.

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