Hausmitteilung 24. Juni 2002 Franzen
Der Schriftsteller Jonathan Franzen, 43, wird seit Monaten als das neue Wunderkind der US-amerikanischen Literatur gefeiert. Selbst das sonst eher spröde »Wall Street Journal« und die »New York Times« waren begeistert über Franzens jetzt in Deutschland erscheinenden Roman »Die Korrekturen«. Geschrieben hat der Autor das Meisterwerk an seinem Arbeitsplatz im New Yorker Stadtteil Harlem, in einem kleinen, schalldichten Büro, gelegen über einem Fingernagelstudio: »Es ist bescheiden, kaum größer als ein Fahrstuhl und ungefähr so gemütlich«, sagt SPIEGEL-Korrespondent Thomas Hüetlin, 41, »vielleicht hat er deshalb sein Buch zum Teil mit verbundenen Augen geschrieben.« Die Millionenauflage hat Franzen inzwischen zu einem wohlhabenden Mann gemacht - was der sich nicht anmerken lässt: »Als wir nach unserem Gespräch mit der U-Bahn Richtung Downtown Manhattan fuhren, stempelte Franzen bereitwillig seine Fahrkarte auch für mich ab«, berichtet Hüetlin, allerdings: »Die Kosten in Höhe von einem Dollar und 50 Cent musste ich ihm erstatten« (Seite 150).