25 Drachmen - DER SPIEGEL
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Briefe

25 Drachmen
• aus DER SPIEGEL 35/1949
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25 Drachmen

Kennzeichnend für die feindselige Einstellung der Frauen des Westens gegen die frommen Athos-Mönche der Halbinsel Chalkis war der in Nr. 32 erschienene Brief von Frau Dr. H. Grußendorf. »Wir wollen uns reinigen«, sagen die Mönche auf Athos. Sie meinen, von der Sünde der physischen Geburt durch das Weib. Bezüglich des Käses bei einem kuhfreien Haushalt der Mönche kann ich Frau Dr. Grußendort beruhigen. Es verkehrt täglich ein Omnibus auf dem Landwege und ein Dampfer von Thessaloniki, der die Mönchsrepublik erreicht und mit dem Notwendigen versorgt. Bei einem längeren Aufenthalt auf Athos kam ich mit den Mönchen der verschiedenen Klöster auf Athos zusammen, so auch mit den in der Mehrzahl dort lebenden russischen Mönchen. So lernte ich einen russischen Mönch kennen, der als Pilger 1914 auf den Athos kam und infolge des Ausbruchs des Weltkrieges nicht mehr heimkehren konnte. Er wurde Mönch. Als der Krieg beendet war, riet man ihm, doch seine in Rußland zurückgebliebene Frau zu verständigen, daß er Mönch geworden sei und nicht mehr zurückkehre. »Ach«, sagte der Bruder Iwan, »25 Drachmen ist keine Frau wert«. 25 Drachmen war der Wert des Briefportos.

Winsen/Luhe

ADOLF MÄDLER

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