Hausmitteilung 3. November 2003 Titel
In der Zentrale des russischen Ölkonzerns Jukos herrschte vergangenen Mittwoch gedrückte Stimmung: »Wir haben neun Milliarden Dollar verloren, nach heutigem Stand«, klagte ein Sprecher dem neuen Moskauer SPIEGEL-Büroleiter Walter Mayr, 43. Inzwischen sind es noch weit mehr geworden. Mayr hatte in der Vergangenheit - ebenso wie Autor Erich Follath und Korrespondent Uwe Klußmann - den nun inhaftierten Firmenchef Michail Chodorkowski getroffen und ihn über sein Verhältnis zu Politik und Gesellschaft befragt. In der aktuellen Geschichte schildern sie gemeinsam mit Redakteur Christian Neef die neue, dramatische Entwicklung in Russland. Neef sprach zudem in London mit dem Oligarchen Boris Beresowski, der aus dem Exil alle russischen Wirtschaftsführer zum »Widerstand gegen den autokratischen Kurs« von Präsident Wladimir Putin auffordert (Seite 130). Follath und Klußmann beschrieben bereits im August 2002, wie Putin versuchte, Chodorkowski und andere Magnaten zu kontrollieren, aber auch Russlands marktwirtschaftliche Ansätze. Für ihre Geschichte »Die zweite Chance« erhalten die SPIEGEL-Leute jetzt den Journalistenpreis des Verbands der Deutschen Wirtschaft in der Russischen Föderation, mit dem eine deutsch-russische Jury unter dem Vorsitz von Gerd Ruge ihre besonders »kompetente und Hintergründe erhellende Berichterstattung« auszeichnet.