Hausmitteilung 30. März 2002 Computerschule
Seine eigene Schulzeit hat SPIEGEL-Korrespondent Marco Evers, 35, noch gut in Erinnerung: Frontalunterricht, Diktate und Mengenlehre. Lichtjahre scheinen seitdem vergangen zu sein - so wirkte auf Evers eine Grundschule, die er jetzt in Fairfax nahe der US-Hauptstadt Washington besuchte: Sechsjährige surfen dort im Internet, Siebenjährige bauen Diashows aus Dokumenten, die sie aus dem Netz herunterladen, und dort suchen sie sich auch Unterrichtsmaterial zusammen. Die ganze Schule ist verkabelt und bestens bestückt mit Computern, Laptops und modernster Medientechnik, und die Schüler nutzen die Arbeitsmittel virtuos. Pädagogen aus aller Welt pilgern nach Fairfax, um das wohl einzigartige Modell zu studieren. »Es gibt aber auch einige Kehrseiten der Schulerziehung vor dem Bildschirm«, sagt Evers, »so hapert es bei den meisten an der Rechtschreibung deutlich.« Textverarbeitungsprogramme korrigierten die Aufsätze zwar automatisch - »aber wehe, wenn die Schüler mal eine Ansichtskarte schreiben wollen« (Seite 188).