45 000-DOLLAR-MISSVERSTÄNDNIS
(Nr. 11/1970, Karies)
In Ihrem Artikel beurteilen Sie die Trinkwasser-Fluoridierung so, als ob die Wissenschaft sich eindeutig für diese Methode ausgesprochen hätte. Unter den Wissenschaftlern gibt es aber mindestens genau so viele Gegner der Trinkwasser-Fluoridierung wie Befürworter. Fluor verhindert die Karies nicht, sondern bewirkt nur eine zeitliche Phasenverschiebung des Kariesbefalls. Im 16. bis 17. Lebensjahr werden fluoridierte Zähne mehr von der Zahnfäule befallen als Zähne, die keine Trinkwasserfluoridierung erlebten. Die Hauptgefahr der Trinkwasserfluoridierung liegt jedoch in der spezifischen Enzymgiftigkeit des Natriumfluorids, das als Spurenelement zwar dem Körper zugeführt werden muß. Dies ist bei der normalen Ernährung zum Beispiel im Brot der Fall. Die Wirkung des vermehrt angebotenen Natriumfluorids jedoch bleibt nicht auf die Zähne beschränkt, sondern bedeutet für die anderen Körperzellen Vergiftungsgefahr; das ist der Grund, weshalb viele Wissenschaftler -- darunter zahlreiche Nobelpreisträger -- sich gegen die Trinkwasserfluoridierung aussprechen und sie grundsätzlich ablehnen.
Düsseldorf Dr. RICHARD LEBLANC
Die als »psychologisch« bezeichneten Widerstände gegen eine Trinkwasser-Fluoridierung haben ihre Ursache in den gegensätzlichen Ansichten der Wissenschaftler in bezug auf gesundheitlich nachteilige Nebenwirkungen, da sie nicht einstimmig für diese Massen-Behandlung eintreten, wie oft fälschlich behauptet wird. Dazu einige Beispiele: Der frühere Vorsitzende der American Medical Association, Dr. Heyd: »Wasser sollte nicht als Vermittler von drugs benutzt werden. Fluorid ist ein ätzendes Gift.« Dr. Brusch: »Es ist 15mal stärker als Arsenik.« Dr. Ludwik Gross, New York: »Die Tatsache, daß Fluorid ein trügerisches Gift Ist, schädlich in seiner Wirkung, bleibt unverändert bestehen ungeachtet dessen, wie viele Male gedruckt wiederholt wird, daß Fluoridierung des Wassers ungefährlich ist.« In einem sehr ausführlichen Bericht schildert Dr. Posen die nachteiligen Wirkungen fluoridierten Wassers in bezug auf Nierenkranke im kanadischen Ottawa General Hospital, in dem Filter angeschafft werden mußten, um das Fluor vom Badewasser zu trennen wegen seiner Gefahr für künstliche Nieren ("Saturday Review«, 1. März 1969). Nach einem durch Fluoride-Vergiftung erfolgten Todesfall sprachen sich 70 Ärzte und Zahnärzte gegen Trinkwasser-Fluoridierung in Dayton, Ohio, aus ("The Cleveland Press«, 29. April 1969). Und der zahnärztliche Wissenschaftler Dr. Robert J. H. Mick, seit mehr als 30 Jahren in Laurel Springs, New Jersey, praktizierend, wartet immer noch auf den von den Anhängern der Fluoridierung beizubringenden Beweis, daß die giftigen Fluors nicht gefährlich sind und keine künftigen körperlichen Schädigungen hervorrufen, für welchen Nachweis er eine Belohnung von 45 000 Dollar ausgesetzt hat.
Springfield (USA) ARTHUR SIMMONDS
Der Kampf gegen Karies kann nur erfolgreich sein, wenn die Ursachen dieser Krankheit bekämpft werden. Diese liegen, das ist allgemein anerkannt, im Genuß isolierter, niedermolekularer Kohlehydrate (Zucker, Weißmehlprodukte). Nur wenn der Konsum dieser nicht nur für die Zähne, sondern auch für andere Organe schädlichen Stoffe eingeschränkt wird, kann die Karies eingedämmt werden. Auch eine durch Lack gehärtete Oberfläche schützt den Zahn nicht vor Karies, wenn dieser bei Kalkmangel durch den Organismus von innen abgebaut wird. Richtige Ernährung schützt nicht nur vor Karies, sondern auch vor anderen Gebißkrankheiten, zum Beispiel Paradontose. Durch sie gehen heute mehr Zähne verloren als durch Karies, gegen Paradontose aber sind Fluoridierung und Lacküberzug machtlos. In der Gemeinde Mönchweiler (Schwarzwald) wurde bewiesen, daß intensive Aufklärungsarbeit die Bevölkerung freiwillig zu einer Ernährungsumstellung bringt; der Kariesbefall in dieser Gemeinde nahm rapide ab.
Norderstedt (Schl.-Holst.) HERBERT RIEGE