9. Juli 2001 Mafia - DER SPIEGEL
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Hausmitteilung 9. Juli 2001 Mafia

• aus DER SPIEGEL 28/2001
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Piero Grasso, Chef der Staatsanwaltschaft von Palermo, macht es seinen Besuchern nicht leicht, denn das Justizgebäude in Siziliens Hauptstadt ist derart von Polizei und Armee abgeriegelt, dass auch angemeldete Gäste kaum Einlass finden. Um SPIEGEL-Korrespondent Hans-Jürgen Schlamp, 50, in sein Büro zu lotsen, schickte Siziliens oberster Mafia-Jäger einen seiner bewaffneten Bodyguards ans Tor. Der Muskelmann in Zivil zog den Journalisten durch den Kordon der uniformierten Garden, ohne sich um deren lautstarke Proteste zu kümmern: »Schießt doch, oder beschwert euch!« Im Haus wurde auch der freundliche Rambo vorsichtiger: »Ich bin's, mit Gast«, flüsterte er ins Walkie-Talkie, ehe er die Milchglastüren zum Grasso-Flur öffnete. Die Vorsicht der Sicherheitskräfte ist begründet: Viele sizilianische Ermittler wurden bereits Opfer der Mafia. In seinem Büro erzählte Grasso dem SPIEGEL-Korrespondenten, wie die Paten derzeit dabei sind, ihre Organisation mächtiger denn je zu machen - mit Hilfe europäischer Steuerzahler (Seite 128).

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