Ablaß - DER SPIEGEL
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Ablaß

• aus DER SPIEGEL 24/1948
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Die finnischen Diplomaten pochten in der Hauptbuchhaltung des Kreml leise auf die kürzlich getätigten Großabschlüsse zwischen Finnland und der Sowjetunion. Sie baten um Herabsetzung der Reparationsschulden. Die sowjetische Geschäftsleitung stellte bei Durchsicht ihrer Bücher fest, daß die bisherigen Lieferungen immer pünktlich eingegangen waren. Marschall Stalin genehmigte für die restlichen finnischen Reparationsverpflichtungen in Höhe von 150 Millionen Dollar eine Kürzung um 50 Prozent. Als Aufgeld gab er noch eine Fünf-Millionen-Dollar-Anleihe. Dankbare Freudenkundgebungen um die tausend Seen. Und steigende Chancen für die Kommunisten, bei den Parlamentswahlen die Allein-Prokura in der Finnland-Filiale zu erlangen. Zwei Tage nach dem günstigen Bescheid für Finnland warfen auch Ungarn und Rumänien Ergebenheits- und Bittschriften in den russischen Ablaßkasten. Auch für sie genehmigte der Oberste Sowjet Reparationskürzungen um 50 Prozent. In Anbetracht der guten Geschäftsverbindungen.

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