Abschied von alten Helden - DER SPIEGEL
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TÜRKEI Abschied von alten Helden

• aus DER SPIEGEL 2/2001
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Den Islamisten droht die Spaltung. Während das Verfassungsgericht in Ankara derzeit über ein Verbot der fundamentalistischen Tugend-Partei berät, sammeln islamistische Reformer bereits Verbündete für neue Aktivitäten. Angeführt vom Abgeordneten Abdullah Gül und dem ehemaligen Istanbuler Bürgermeister Tayyip Erdogan, schwebt ihnen eine religiös inspirierte, aber wirtschaftsliberale Volkspartei nach dem Muster der deutschen CDU vor. Die Konservativen scharen sich dagegen um Recai Kutan, Statthalter des Islamistenführers und Ex-Premiers Necmettin Erbakan, den die Justiz 1998 mit einem fünfjährigen Polit-Bann belegt hat. Damit bahnt sich nun der endgültige Bruch der Generationen an. Die Verbindung des Wahlvolkes zum einstigen Helden Erbakan, der 1996 mit sensationellen 21,3 Prozent Regierungschef wurde, sei längst gerissen, konstatiert Reformer Erdogan: »Mit Erbakan geht es nicht mehr. Unsere Beziehung zu ihm kommt nicht mehr von Herzen.« Erdogan, selbst mit einem lebenslänglichen Politikverbot belegt, zieht seit Wochen durch das Land und steuert aus dem Hintergrund den Aufbau seiner neuen Bewegung. Etwa 45 der 110 Abgeordneten der Tugend-Partei soll er bereits auf seine Seite gezogen haben. Politisch viel zu verlieren haben beide Gruppen offenbar nicht: Nach Umfragen ist die Islamistenpartei inzwischen auf unter zehn Prozent gesunken.

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