Absurde Argumente
Nr. 50/2002, Panorama: Katastrophenschutz
Angesichts der wachsenden Gefahr von Terroranschlägen - auch mit biologischen und chemischen Waffen - sollte die freiwillige Pockenschutzimpfung in Deutschland sofort eingeführt werden: Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich terroristische Gruppen in den Besitz von Pockenviren bringen und mit Pocken infizierte Personen ganze Großstädte infizieren. Es ist unverantwortlich, dass die Bundesregierung vor diesen Tatsachen die Augen verschließt und die freiwillige Impfung bisher nicht möglich ist.
HAMBURG JUTTA WOLFF
Viele Bürger, deren Stimmen lauter werden müssen, verlangen den Pockenviren-Impfstoff. Das Thema Katastrophenschutz verstärkt den Eindruck, dass der mündige Bürger in unserem Staat zum zahlenden Büttel reduziert ist. Wie viel Wert hat unser Leben, und was wird dafür wirklich getan?
MOOS (BAD.-WÜRTT.) BETTINA RÖTTGER-GRÄBER
Überall fehlt es an Aufklärung über die Pockeninfektion, eine Krankheit von der man geglaubt hatte, sie sei ausgerottet. Das Argument, man wolle keine Panik verbreiten, ist absurd: Nur wer gut informiert ist, der entwickelt keine Panik. Wer die Gnade der frühen Geburt hatte und heute älter als 27 Jahre ist, wurde als Kind geimpft und ist möglicherweise dadurch noch geschützt. Aber auch darüber erfahren wir nichts. Wir Bürger haben ein Recht auf umfassende ideologiefreie Information. Was spricht dagegen, die Bevölkerung wie bis in die siebziger Jahre hinein wieder breit zu impfen? Was damals möglich war, sollte auch heute möglich sein. Wann wird endlich gehandelt statt nur zu reden?
DONAUESCHINGEN JUDITH SCHLENKER