Abu Ijad - DER SPIEGEL
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Abu Ijad

• aus DER SPIEGEL 29/1981
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ist stellvertretender Leiter der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO. Als Gründer und Anführer der Terrorgruppe »Schwarzer September«, die unter anderem das Münchner Olympiamassaker verübte, war der PLO-Vize in den siebziger Jahren Zielperson Nummer 1 bei westlichen Terroristenjägern. Derzeit ist der 48jährige Abu Ijad -- ein diplomierter Psychologe und Politologe mit bürgerlichem Namen Salah Chalaf -- »Innenminister« der PLO, zuständig für Ordnungskräfte und Nachrichtendienst.

Dem SPIEGEL gestand Abu Ijad jetzt zum erstenmal öffentlich ein, was die PLO monatelang zu vertuschen gesucht hatte: daß die linksrevolutionäre Befreiungsbewegung Neonazis Unterschlupf im Libanon geboten hat.

Schon lange hatten westdeutsche Sicherheitsfachleute Hinweise auf den libanesischen Aufenthalt der in der Bundesrepublik verbotenen »Wehrsportgruppe Hoffmann«. Hoffmann verkaufte ausgediente Militärfahrzeuge schwunghaft ins Bürgerkriegsland, Mitglieder seiner Gruppe benutzten den Transport, um dort abzutauchen. Nur die Partner des mittlerweile verhafteten Wehrsportführers waren den deutschen Ämtern lange Zeit nicht exakt bekannt, bis kürzlich einige von Hoffmanns Leuten desertierten und die PLO als Gastgeber Hoffmanns beschuldigten (SPIEGEL 27/1981).

Das monatelange Versteckspiel der PLO, das Abu Ijad mit »Sicherheitsgründen« entschuldigt, endete in einer Panne. Auf einer Pressekonferenz in Beirut präsentierte die PLO zwei deutsche Bürgerkriegssöldner, die angeblich zur PLO konvertiert waren, nachdem sie zunächst beim Bürgerkriegsgegner, den falangistischen Milizen, gekämpft hatten. Die beiden verhaspelten sich jedoch beim Versuch, die Rechten anzuschwärzen. Hoffmann-Leute, so behaupteten sie, kämpften gar nicht im Libanon und Neonazis nur bei den rechten Milizen. Einer der beiden PLO-Deutschen wurde im nachhinein identifiziert -- als enger Mitarbeiter des Wehrsportführers Hoffmann.

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