KALININGRAD Achillesferse im Osten
Die Europäische Union und die Regierung in Moskau verhandeln zum ersten Mal gemeinsam über einen konkreten Aktionsplan für die Zukunft von Kaliningrad. Auf einer Konferenz am 20. und 21. September im ehemals deutschen Königsberg wollen beide Seiten über die Entwicklung im früheren Ostpreußen beraten. Parallel sollen Initiativen erörtert werden, der Gegend »politisch und wirtschaftlich auf die Beine zu helfen«, so Werner Kindsmüller von der Kieler Staatskanzlei, die verantwortlich ist für die Vorbereitung des Treffens. Das Interesse der EU an der Zukunft Kaliningrads ist groß. Der Ostseeraum ist derzeit die »wirtschaftlich dynamischste Region Europas«, sagt der amtierende Vorsitzende des Ostseerates, Außenminister Joschka Fischer. Vor dem Hintergrund der EU-Osterweiterung ist er zugleich aber auch von besonderer politischer Bedeutung. Denn nach einem Beitritt Polens und Litauens würde Kaliningrad zur russischen Enklave innerhalb der Europäischen Union und damit zur »Achillesferse im Ostseeraum«, fürchtet Kindsmüller. Deshalb soll Russland nach den Vorstellungen des Ostseerates »selbst definieren« (Fischer), inwieweit es an der Entwicklung »in seiner unmittelbaren Nachbarschaft teilhaben will«.