Ämter
Als Sisyphus-Arbeit hat sich der ebenso mühsame wie langwierige Kuhhandel über die Auswahl der 22 Mitglieder des Bundesverwaltungsgerichts erwiesen. Mit einem Federstrich wurde die zwischen den Parteien sorgsam ausgeknobelte Kandidatenliste in der Bundeskanzlei von Konrad Adenauers klerikalem Personalrat Hans Globke ins Archiv verbannt. Die Mehrheit der Kandidaten bekannte sich zum Protestantismus. Nun müssen die Verhandlungen von vorn beginnen. Hohe protestantische Ministerialbeamte in Bonn hegen angesichts dieser Situation Zweifel daran, daß in dieser Legislaturperiode überhaupt noch eine Bundesverwaltungsgerichts-Besatzung zusammenkommt; alle ehrgeizigen Katholiken, denen man Qualifikationen für dieses Amt zusprechen könnte, bekleideten längst Bundeswürden oder wollten ihre Landesämter nicht verlassen.