Ärger mit dem Kanzler
Krach gab es auf der letzten Sitzung des SPD-Vorstandes um die von der Bundesregierung genehmigte Lieferung von zwei U-Booten an die chilenische Militärjunta. Nachdem es bereits in der SPD-Fraktion Proteste gegen das 300-Millionen-Mark-Geschäft gehagelt hatte (SPIEGEL 51/1980), hakte am 12. Dezember im Vorstand der saarländische SPD-Chef Oskar Lafontaine nach. Kanzler Helmut Schmidt reagierte sauer: »Nicht jedes x-beliebige Gremium«, zürnte er, könne »Anfragen an die Bundesregierung richten«. Daraufhin explodierte der niedersächsische SPD-Vize Peter von Oertzen: »Dies ist kein x-beliebiges Gremium, dies ist der Parteivorstand.« SPD-Chef Willy Brandt hatte für den Ausbruch des Bundeskanzlers um so weniger Verständnis, als ihm Schmidt zuvor zugesagt hatte, das Chile-Geschäft noch einmal zu überdenken.