AERO-PLAN
So ist das also: Der Wirtschaftsminister klopft unseren Flugzeugbauern aufmunternd-jovial auf die Schulter, so nach dem Motto: »Nun konstruiert mal schön!« Und wenn endlich - wie im Fall der Hamburger Flugzeugbau - eine vielversprechende Düsenmaschine auf dem Reißbrett steht und ihre Väter auf die Millionen warten, die der gute Onkel Erhard versprochen hat - dann ist der hochherzige Förderer nicht mehr zu sprechen. Wenn in der Wirtschaft feste Entwicklungsaufträge vergeben und nicht honoriert werden, hat der Auftraggeber restlos verspielt; doch eines schickt sich offenbar nicht für alle.
Freiburg (Breisgau) JÜRGEN BELZ
Der Wirtschaftsminister Erhard sollte sich so nebenher auch ein wenig um sein Wirtschaftsministerium kümmern, anstatt mit der Grazie eines mittelschweren Flußpferdes übers politische Parkett zu schlittern. Ob Assuan oder Düsenflugzeugprojekt - der Wirtschaftler Erhard pennt, lebendig ist nur der leicht beschädigte Kronprinz. Erhard erwache!
Bremen CARL HASENCLEVER
... dürfen wir Ihnen dazu sagen, daß die zitierte Zeitschrift »Flugwelt« für eine Beurteilung des Projektes überhaupt nicht in Frage kommt, denn diese Zeitschrift ist das Verbandsorgan des Bundesverbandes der Luftfahrt-Industrie, muß also einseitig berichten. Außerdem übersehen Sie völlig, daß die Caravelle ein bereits erprobtes Flugzeug ist, das ohne Schwierigkeiten weiterentwickelt werden kann, während man bei der HFB-314 noch nicht einmal weiß, ob sie die Kinderkrankheiten, die jedes Flugzeug besitzt, überwinden wird.
Wir glauben, daß für die deutsche Luftfahrt-Industrie ganz andere und wirklich erfolgversprechende Möglichkeiten offen wären, anstatt einem Projekt nachzulaufen, das günstigenfalls einen teuren Konstruktionsstab finanziert.
München »DER FLIEGER«
Luftfahrt-Verlag Walter Zuerl