Ästhetik
Gestatte mir, meinem Entsetzen Ausdruck zu geben, als mir vom Stande meines Zeitschriftenhändlers das häßliche »Klatschmaul« (entschuldige den garstigen Ausdruck, aber die Bildunterschrift war nicht trefflich genug gewählt) Louella Parsons entgegen »spiegelte« (Nr. 21). Ich bin ganz damit einverstanden, wenn Du Deine Titelseite nicht mit Starphotos spickst, aber ein bißchen mehr Ästhetik hätte ich doch von Dir erwartet.
Mülheim-Ruhr
SIEGWARD REUL
Ueber den Artikel »Mit meinem lieben Publikum« habe ich doch herzlich lachen müssen. Das passiert in dem sogenannten freiesten Land der Welt! Eine böse, alte Frau - als Dame kann man sie wohl nicht bezeichnen - bezahlt Menschen, die sie mit den intimsten Dingen von Persönlichkeiten bekannt machen und beeinflußt mit diesen Zuträgereien die Meinung eines ganzen Kontinents. In Deutschland - dem unfreiesten Land, wie man so schön sagt - würde man Frau Parsons und die anderen nur mit »Erpresser« bezeichnen. Ich glaube, statt der Geschenke, die man Frau Parsons bringt, würde die Verabreichung einer gehörigen Tracht Prügel Wunder bewirken. Dieses ist meine Meinung.
Bln.-Charlottenburg
ANNA-LIESE ARNOLD