AFFRONT I. - DER SPIEGEL
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AFFRONT I.

• aus DER SPIEGEL 29/1969
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Dreimal brüskierte CDU-Vorsitzender Kurt Georg Kiesinger am vergangenen Dienstag seinen Parteifreund Gerhard Schröder. Auf dem Essener CDU-Wahlkongreß sagte Kiesinger seine »Meinung, daß wir wahrhaftig auf keine heile Welt hoffen können. Das müßten Mitglieder einer Union, die sich christlich-demokratisch nennt, ja eigentlich wissen.« Was Unions-Mitglieder auch wissen müßten: Schröder schrieb 1963 das Politbuch »Wir brauchen eine heile Welt«. Als Kiesinger die Leistungen von SPD-Ministern herunterzuspielen suchte, bezog er Schröder mit ein: »Als ob zum Beispiel Außenpolitik vom Außenminister, Wirtschaftspolitik vom Wirtschaftsminister, Verteidigungspolitik vom Verteidigungsminister und so weiter allein gemacht würden.« Zum Schluß seiner Rede bedankte sich Kiesinger bei allen Helfern; namentlich erwähnte er die Herren am Vorstandstisch -- selbst seinen mit Eklat zurückgetretenen Innenminister Paul Lücke, selbst seinen glücklosen Vorgänger Ludwig Erhard; er bezog sogar im Saal sitzende Kanzleramtsmitarbeiter in seine Laudatio ein -- doch Gerhard Schröder nannte er als einzigen Tischherrn nicht.

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