Afghanischer Walkman - DER SPIEGEL
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Briefe

Afghanischer Walkman
• aus DER SPIEGEL 37/1981
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Afghanischer Walkman

(Nr. 34/1981, Peter Scholl-Latour in Afghanistan)

Der Bericht Ihres afghanischen Walkman Scholl-Latour war sehr aufschlußreich. Fasziniert von der Maskerade und immer auf der Suche nach dem Pulverdampf, wo er am dicksten quillt, ist ihm aber doch einiges verborgen geblieben. Der Militärtourismus, den die an der pakistanischen Grenze versammelten Clans mit westlichen Touristen veranstalten, läuft immer nach demselben Muster ab: einige harte Märsche im grenznahen Gebiet für die Beine, einige gestellte Kampfszenen für die Kamera und viel exotische Lagerromantik fürs Gemüt. S.14

Scholl-Latour hat als journalistischer Fremdenlegionär auf vielen Schlachtfeldern gedient. Er hat dort immer auf der falschen Seite gestanden -- diesem Instinkt ist er auch hier gefolgt. Tannhäuser im Hindukusch ist eben nicht gut für eine nüchterne militärische und politische Analyse der Lage in Afghanistan, auf welcher Seite der Kämpfenden einem auch das Herz schlägt. Die Realität spricht nicht nur militärisch, sondern auch sozialpolitisch für die Reformen der Regierung. Dies mußte Scholl-Latour aber verborgen bleiben, denn er hat eines mit seinem Helden Hekmatyar gemeinsam: den »leicht verschleierten Blick«.

Hamburg PROFESSOR NORMAN PAECH

Möchten Sie die Meinung vertreten, daß die Völker der Dritten Welt ohne ihre Koloniallehrmeister nichts zustande bringen können? In aller Bescheidenheit wissen die Afghanen heute, daß sie ohne Offensivwaffen nicht in der Lage sind, die Sowjet-Union aus Afghanistan zum Rückzug zu zwingen. Die Beschaffung dieser Waffen beansprucht allerdings einige Jahre.

Tübingen (Bad.-Württ.) NUR M. KHAIRI-TARAKI

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