Agenten
Thüringens SED-Blatt welkte. Unter der Ueberschrift »Feindliche Agenten« mußte die Parteizeitung bekennen: Ein besonderes Exemplar von Spion war der frühere Redakteur beim »Thüringer Volk«, Karl Doerr. »Da die Partei glaubte, daß sein parteifeindliches Auftreten an Unklarheiten lag, wurde er auf die Landesparteischule geschickt. Obwohl bereits bekannt war, daß Doerr seine Flucht nach Westberlin vorbereitete, wurde ihm erlaubt, noch einen Artikel in der Parteizeitung zu schreiben. Dann hat sich Doerr die Zusage eines amerikanischen Offiziers geben lassen, daß man ihn im Westen unterbringen werde. Und obgleich das alles dem Landessekretariat bekannt war, konnte Doerr nach Westberlin türmen«, selbstkritisiert die Redaktion in ihren eigenen Spalten. Eine scharfe Ueberwachung soll das verdoerrte Parteiblatt wieder auffrischen.