Ali Gumaa - DER SPIEGEL
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Ali Gumaa

• aus DER SPIEGEL 9/2007
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Ali Gumaa , 54, Großmufti Ägyptens, hat mit einer außergewöhnlichen Fatwa für Wirbel gesorgt. Es sei einer Frau erlaubt, sich ihr Hymen wieder herstellen zu lassen, sollte sie ihre Jungfräulichkeit vor der Ehe verloren haben, sagte Gumaa in einer der wichtigsten Fernsehsendungen des Landes, »al-Beit Beitak«. Allerdings sollte die Frau ihrem zukünftigen Mann die Operation verschweigen: »Wenn Gott gewollt hätte, dass wir alles übereinander wissen, hätte er uns zu Hellsehern gemacht«, sagte der Mufti, die höchste religiöse Autorität des Landes. Und wenn eine verheiratete Frau fremdgehe, sie ihre Tat aber bereue und Gott um Vergebung bitte, solle sie ihrem Mann den Seitensprung verheimlichen, um den Familienfrieden zu wahren. In der konservativen ägyptischen Gesellschaft löste die Fatwa eine heftige Kontroverse aus. Rückendeckung erhielt der Mufti von Mohammed Schama, Professor für Islamwissenschaften an der Azhar-Universität: »Diese Regeln sind nicht neu, es steht alles in den Büchern.« Der Mufti habe das Thema mit den Aussprüchen des Propheten kommentiert. In einer Gesellschaft, in der immer wieder Mädchen umgebracht werden, weil sie Schande über die Familie gebracht haben, ist die Fatwa des Muftis ein Aufruf an die Vernunft. Auch »unzüchtige« Mädchen hätten ein Recht auf eine zweite Chance, betonte Ali Gumaa.

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