GRÖNLAND Alkohol und Gewalt
Ein »neuer Aktionsplan« der EU soll die größte Insel der Welt, die zu Dänemark gehört, aber weitgehend autonom ist, wieder näher an Europa heranführen. Die EU-Außenminister sowie deren Kollegen aus den baltischen Ländern, aus Island, Polen und Russland, wollen diese Woche auf einem Gipfel im grönländischen Ilulissat Vorschläge zur Umwelt- und Sicherheitspolitik im arktischen Norden diskutieren. Internationale Anstrengungen sind vor allem notwendig, um den dramatischen sozialen Problemen unter den Eskimos beizukommen. Etwa die Hälfte der 56 000 Inuit sind nach Untersuchungen Opfer von Gewalt gewesen. 34 Prozent aller Frauen zwischen 18 und 24 Jahren wurden sexuell missbraucht, 12,5 Prozent davon schon als Kinder. Mehr als die Hälfte aller Schwangerschaften wird abgetrieben. Die ausufernde Gewalt - Grönland verzeichnet Mordraten wie amerikanische Großstädte - führen Experten vor allem auf den steigenden Alkoholkonsum zurück.