Allein im Airbus - DER SPIEGEL
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FLUGBEREITSCHAFT Allein im Airbus

• aus DER SPIEGEL 4/2002
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Ein seit September 2001 als Beistand für die US-amerikanischen Streitkräfte bereitgehaltener Sanitäts-Airbus ("MedEvac") der Luftwaffe hat seinen ersten Einsatz absolviert - unter kabarettreifen Umständen. Das fliegende Hospital, das bis zu 56 Verwundete aufnehmen kann, beförderte Mitte vergangener Woche einen einzelnen Patienten von Oman nach Stuttgart: Der Offizier vom Bundeswehr-Kommando in Afghanistan war in Kabul vom Lastwagen gefallen und hatte sich an der Hüfte verletzt. Die britische Luftwaffe flog ihn bis nach Oman auf der Arabischen Halbinsel, dort hätte ihn ein kleiner »Challenger«-Jet der deutschen Flugbereitschaft abholen können. Auf Geheiß des Verteidigungsministeriums musste der aber in Köln-Wahn bleiben: Flüge für die Polit-Prominenz hätten Vorrang. Die Deutsche Rettungsflugwacht in Stuttgart, die schon oft für das Militär tätig war, hätte den Patienten für 30 500 Euro heimgeholt, wurde aber nicht angefordert. Zu mehr als den fünffachen Kosten - 20 Flugstunden zu jeweils rund 8000 Euro - sollte unbedingt der Airbus den Verletzten nach Stuttgart bringen. Der Inspekteur des Sanitätsdienstes, Generaloberstabsarzt Karl Demmer, hieß es zur Begründung, wolle das fliegende Lazarett amerikanischen und britischen Fachleuten vorführen lassen; außerdem müsse die Maschine »bewegt« werden.

Tatsächlich aber fand eine Vorführung der Maschine nicht statt: Die alliierten Experten kamen nicht.

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