ALTES PROGRAMM - DER SPIEGEL
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Briefe

ALTES PROGRAMM
• aus DER SPIEGEL 45/1958
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

ALTES PROGRAMM

Aus den Akten des britischen Foreign Office ließ ich mir den Brief photokopieren, den der damalige Reichsbankpräsident a.D. Dr. Hjalmar Schacht am 29. August 1932 (zur Zeit eines Stimmenverlustes der NSDAP) an Hitler geschrieben hat. Der gleiche Brief liegt auch in den Nürnberger Prozeßakten.

Lieber Herr Hitler! Darf ich hoffen, daß Sie mir diese Anrede erlauben, da mein Brief nichts anderes bezweckt, als in einer Zeit schwerer Hemmungen Sie meiner unveränderlichen Sympathie zu versichern. Ich weiß, daß Sie keines Trostes bedürfen. Der Aufstieg auf 14 Millionen, der treulose Gegenschlag von der anderen, formal stärkeren Seite und der Abfall der Konjunkturmitläufer sind alles Dinge, die Sie ernstlich nicht überraschen konnten. Was Ihnen aber vielleicht in diesen Tagen erwünscht ist, ist ein Wort aufrichtigsten Mitfühlens. Ihre Bewegung ist Innerlich von so starker Wahrheit und Notwendigkeit getragen, daß der Sieg in der einen oder anderen Form nicht ausbleiben kann. Sie haben sich in den Zeiten des Aufschwungs der Bewegung nicht von falschen Götzen verführen lassen. Ich habe die feste Zuversicht, daß jetzt, da Sie für kurze Zeit in die Verteidigung gedrängt sind, Sie ebenfalls der Versuchung widerstehen werden, sich falschen Idolen zu verbunden. Wenn Sie bleiben, der Sie sind, so kann Ihnen der Erfolg nicht fehlen.

Sie wissen, daß ich Ihnen keinerlei taktische Ratschläge geben will, nachdem ich Ihre Überlegenheit darin restlos anerkenne. Aber vielleicht darf ich als Wirtschaftler eines sagen: Bringen Sie möglichst kein detailliertes Wirtschaftsprogramm. Es gibt kein solches, vorüber sich 14 Millionen einigen konnten. Wirtschaftspolitik ist keine parteibildende Kraft, sondern sammelt bestenfalls Interessenten. Überdies schwanken Wirtschaftsmaßnahmen nach Zeit und Umständen. Es kommt allein darauf an, aus welchem Geiste sie geboren werden. Diesen Geist lassen Sie maßgebend sein.

Wo immer mich die Arbeit in der nächsten Zeit hinfuhrt - auch wenn Sie mich einmal innerhalb der Festung erblicken sollen -, Sie können auf mich zählen als Ihren zuverlässigen Helfer.

Ich hatte das Bedürfnis, Ihnen das zu schreiben, weil in unserer Zeit so Wenige begreifen, daß alles heute auf die innere Kraft ankommt.

Mit einem kräftigen »Heil« Ihr Dr. Hjalmar Schacht.

Dieser Brief dürfte Ihren Lesern zeigen, daß »Mephistopheles« vielleicht doch ein passender Titel für Ihre Schacht-Geschichte gewesen wäre.

z. Z. Baden-Baden MARION VAN DUSEN

Es ist dankenswert, daß Sie angesichts des herannahenden Zusammenbruchs der westdeutschen Währung endlich den besten Fachmann, Dr. Hjalmar Schacht, zu Wort kommen ließen. Erwähnt hätte werden müssen daß die skandalöse Verschleuderung des Ertrages der deutschen Arbeit durch sogenannte »Wiedergutmachung« an das Judentum das deutsche Geld entwertet, wodurch Millionen faulpelzender und schiebender Juden gemästet werden. An Hjalmar Schacht, den die Entnazifizierungsgauner wie ein Wild gehetzt haben, hat das deutsche Volk viel gutzumachen. Bleibt nur zu hoffen, daß uns dieser große, unendlich hoch verdiente Mann erhalten und zur Hilfe bereit bleibt, wenn das Volk gegen das Parteienparlament den Ruf erhebt: Schacht an die Front!

Kairo-Meadi PROF. DR. JOHANN VON LEERS

Johann von Leers*

* Johann von Leers, 56, Dr. jur., seit 1929 Mitarbeiter des »Angriff«, Reichsschulungsleiter, Professorentitel durch Alfred Rosenberg. Schrieb »14 Jahre Judenrepublik«, »Geschichte auf rassischer Grundlage«, »Juden sehen dich an«. Nach dem Kriege in Argentinien Mitarbeiter der neonationalsozialistischen Zeitschrift »Der Weg«. Seit August 1956 in Ägypten. Übersetzer in der ägyptischen Propaganda gegen Israel. Zum Islam übergetreten. Neuer Name: Professor Dr. Omar Amin von Leers.

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