Andere Akzente
Wie der Hamburger Medienpädagoge Professor Dr. Bodo von Boerries schon lange vor Ausstrahlung der Serie ausführte, kann es bei der Serie gar nicht darum gehen, »prosowjetische Tendenzen zu entlarven«. Diese sind eo ipso in einem Film enthalten, der aus der Sicht der Angegriffenen gedreht wurde. Es geht vielmehr darum, »sowjetische Sichtweisen kennenzulernen«. Damit wird berechtigte Detailkritik an der Serie nicht ausgeschlossen, die Akzente werden jedoch anders gesetzt.
Der SPIEGEL hat sich nur auf die Detailkritik an der Serie eingelassen. Ist diese Gewichtung schon insgesamt fraglich, so gerät die an sich notwendige Detailkritik völlig zur Farce. Tatsächliche Schwächen der Serie und der WDR-Fassung werden übersehen, kleine »ngenauigkeiten aufgebauscht. Hierzu einige Beispiele: Eine » » grundsätzliche Schwäche der WDR-Fassung ist die mangelnde » » Bild-Ton-Konvergenz in einigen Passagen. So wird zum Beispiel » » in Folge 1 (22. Juni) nicht erläutert, daß sich die langen » » Bildsequenzen mit sowjetischen Soldaten auf Situationen » » beziehen, in denen die Rote Armee der drohenden Umschließung » » in riesigen Kesseln entrinnt. Durch den fehlenden Kommentar » » entsteht der falsche Eindruck, die Rote Armee sei schon im » » Sommer 1941 auf dem Vormarsch gewesen. Hätte sich der so gut » » informierte Herr Höhne die Mühe gemacht, die DDR-Fassung zum » » Vergleich heranzuziehen, wäre ihm dieser grobe Fehler in der » WDR-Fassung sicherlich aufgefallen.
» Die beiden Begleitbücher von Molden und VGS werden scharf » » kritisiert. Vor allem bei VGS moniert Höhne falsche » » Jahreszahlen. Ohne dergleichen Kleinigkeiten die gleiche » » Bedeutung beimessen zu wollen wie Höhne, fragen wir uns, » » warum eigentlich für den Vertrag von Riga das Jahr der » » Ratifizierung (1921) angegeben werden muß, wie Höhne fordert. » » Viele Fachhistoriker geben wie VGS das Datum des Vorfriedens » » (1920) an. »
An diesem Beispiel wird im übrigen das Strickmuster deutlich: kleine und unwichtige vermeintliche oder tatsächliche Fehler werden aufgebauscht, um einen negativen Gesamteindruck zu vermitteln.
Höhnes Buch über die SS gehört zu den wenigen ausgewählten Büchern, die wir im Anhang unseres Buches als weiterführende Literatur empfehlen. Der Vergleich dieses Buches mit Höhnes SPIEGEL-Artikel zeigt allerdings auf, wie unreflektiert einseitiges Vorverständnis den SPIEGEL-Autor Höhne vom Buchautor Höhne unterscheiden.
Hamburg RAINER SCHEPPELMANN für die Autorengruppe des Begleitbandes zur Fernsehserie »Der Krieg im Osten«, Köln 1981
S.8
Eine grundsätzliche Schwäche der WDR-Fassung ist die mangelnde
Bild-Ton-Konvergenz in einigen Passagen. So wird zum Beispiel in
Folge 1 (22. Juni) nicht erläutert, daß sich die langen
Bildsequenzen mit sowjetischen Soldaten auf Situationen beziehen, in
denen die Rote Armee der drohenden Umschließung in riesigen Kesseln
entrinnt. Durch den fehlenden Kommentar entsteht der falsche
Eindruck, die Rote Armee sei schon im Sommer 1941 auf dem Vormarsch
gewesen. Hätte sich der so gut informierte Herr Höhne die Mühe
gemacht, die DDR-Fassung zum Vergleich heranzuziehen, wäre ihm
dieser grobe Fehler in der WDR-Fassung sicherlich aufgefallen.
Die beiden Begleitbücher von Molden und VGS werden scharf
kritisiert. Vor allem bei VGS moniert Höhne falsche Jahreszahlen.
Ohne dergleichen Kleinigkeiten die gleiche Bedeutung beimessen zu
wollen wie Höhne, fragen wir uns, warum eigentlich für den Vertrag
von Riga das Jahr der Ratifizierung (1921) angegeben werden muß, wie
Höhne fordert. Viele Fachhistoriker geben wie VGS das Datum des
Vorfriedens (1920) an.
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