Andy de Comyn
Andy de Comyn, 33, britischer Bildhauer, schuf zum Gedenken an britische Deserteure im Ersten Weltkrieg die Statue eines blutjungen Soldaten, der mit verbundenen Augen und auf dem Rücken gefesselten Händen seine Exekution erwartet. 306 Soldaten des britischen Königreichs und des Commonwealth waren damals wegen Fahnenflucht oder Feigheit vor dem Feind hingerichtet worden. Die drei Meter hohe Figur gestaltete Comyn nach dem einfachen Soldaten Herbert Burden, damals 17, der ein falsches Alter angab, um in den Krieg ziehen zu dürfen. Beim blutigen Gemetzel in der westflandrischen Stadt Ypern hatte der Junge die Flucht ergriffen. Burden wurde festgenommen und - weil es keine Überlebenden seiner Einheit mehr gab, die für ihn vor dem Kriegsgericht hätten aussagen können - 1917 von einem Exekutionskommando erschossen. Die Statue ist der Mittelpunkt des »Shot at Dawn Memorial« ("Gedenkstätte für die im Morgengrauen Erschossenen") in der Nähe von Lichfield, um den im Halbkreis Pfähle aufgestellt sind, versehen mit Rang, Namen und Todesdatum der 274 britischen und 32 Commonwealth-Soldaten. Die Gedenkstätte, die jetzt eröffnet wurde, »fordert uns auf«, so ihr Direktor David Childs, »anzuerkennen, dass diese Toten eine weitere Tragödie unter den vielen ist, die der Krieg verursacht«.