Angst
Gomulkas reuiger Kniefall vor den kommunistischen Manifestrednern des Parteibüros war für Polens ländliche Werktätige das Signal zu einem organisierten Großbauernlegen (Sozialisierung). In Bezirken Altpolens streckte sich die Hand des Volkes unter faustrechtlichen Argumenten nach den landwirtschaftlichen Geräten, dem Vieh und dem Haus- und Grundbesitz der »kapitalistischen Bauern« aus. In Angstverkäufen stoßen die Großbauern alles ab, was nicht niet- und nagelfest ist. Zum mehr als doppelten Kurs (offiziell 400 Zloty) legen sie ihr Geld in amerikanischen Dollars an. Die kommunistische Zeitung »Glos Ludu« schreibt: »Die reichen Bauern erhoffen sich von drei Faktoren eine Verzögerung der landwirtschaftlichen Sozialisierung; nämlich von ihrer eigenen Elastizität, von ihren Einnahmen aus Privatgeschäften und von der Unterstützung durch ausländische Imperialisten.« Die kommunistische Partei Polens drohte allen Parteigenossen Strafe an, die Gewalt gegen die Bauern anwenden.